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Unterschiede zwischen der klassischen Frauenpolitik und Gender Mainstreaming

Wechsel der Perspektive
Während die Frauenpolitik vorwiegend auf die Personengruppe der Frauen bzw. der weiblichen Jugendlichen und Mädchen fokussiert ist, erweitert der Ansatz des Gender Mainstreaming den Blickwinkel und schaut gleichzeitig auf beide Geschlechter, also auch auf Männer bzw. männliche Jugendliche und Jungen.

Chancengleichheit - gemeinsame Verantwortung aller
Charakteristisch für die Frauen- und Gleichstellungspolitik war bisher deren Zuordnung zum Frauenministerium oder zur Gleichstellungsbeauftragten in Behörden und Unternehmen.
Beim Gender Mainstreaming dagegen ist es die Aufgabe aller an einer Entscheidung beteiligten Personen, auf die Gleichstellung der Geschlechter hinzuwirken. Daraus folgt, dass die Verantwortung für Chancengleichheit nicht mehr an spezielle organisatorische Einheiten delegiert werden kann: Alle in einer Institution oder Behörde Tätigen sind für die Gleichstellung in ihrem Fach- bzw. Zuständigkeitsbereich verantwortlich.

Ansatzpunkt: GM ist überall
Die Frauenförderpolitik kann erst greifen, wenn die Benachteiligung von Frauen in einer konkreten Situation offensichtlich wird.
Gender Mainstreaming setzt bei allen politischen Entscheidungen mit dem Ziel an, die unterschiedliche Lebenswirklichkeit von Frauen und Männern zu berücksichtigen, auch dann, wenn die Politik auf den ersten Blick keine geschlechtsspezifischen Probleme sieht.

Einbindung der Geschlechterperspektive: ex post – ex ante
Im Rahmen ihrer Querschnittsaufgaben reagiert die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte häufig in Form von Stellungnahmen. Hierbei ist sie davon abhängig, ob und inwieweit sie in die Entscheidungsbildung eingebunden und an der Er- bzw. Bearbeitung wichtiger Verordnungen und Maßnahmen beteiligt wird.
Beim Gender Mainstreaming soll die Geschlechterperspektive bereits bei der Planung (ex-ante-Anwendung) aller Projekte und Maßnahmen Berücksichtigung finden.

Schneller Erfolg – nachhaltige Veränderung
Ist eine Benachteiligung von Frauen sichtbar geworden, kann die Frauenförderung ein effizientes Instrument sein, um in diesem konkreten Fall Abhilfe zu leisten. Mit der Frauenförderung allein können jedoch nicht die strukturellen Ursachen der aufgedeckten Benachteiligung beseitigt werden.
Gender Mainstreaming zielt als Strategie und Methode mittel- bis langfristig auf eine Veränderung von Systemen, Strukturen und Bedingungen ab, die eine Ungleichbehandlung von Frauen und Männern hervorrufen bzw. produzieren.