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04.05.2010Baaske stellt neuen Behindertenbeauftragten vor: Jürgen Dusel: Abbau von Barrieren in den Köpfen der Menschen | 066/2010

Jürgen Dusel ist Brandenburgs neuer Landesbehindertenbeauftragter. Sozialminister Günter Baaske stellte ihn heute in Potsdam vor: „Jürgen Dusel ist ein ausgesprochener Fachmann, der sich seit vielen Jahren mit Sachverstand und Herzblut für die Interessen von Menschen mit Behinderungen einsetzt.“ Der 45-jährige Jurist aus Cottbus tritt das Amt ab Mitte Mai im Sozialministerium an. Er ist Nachfolger von Rainer Kluge, der im September 2009 verstorben war, und wurde aus 75 Bewerbern ausgewählt. Dusel stellt seine neue Aufgabe unter das Motto „Mehr Teilhabe wagen!“ In Brandenburg leben rund 220.000 schwerbehinderte Menschen.

Sozialminister Günter Baaske: „Anliegen moderner Behindertenpolitik ist nicht mehr allein die Integration, sondern die Inklusion: Unser Ziel ist, dass Menschen mit Behinderungen ein gleichberechtigter Teil der Gesellschaft sind. Wir müssen den Alltag in allen Lebensbereichen so gestalten, dass jeder Mensch von Anfang an eingeschlossen wird; das beginnt – soweit wie möglich - in KITA und Schule.“

Diese Inklusion wird auch von den Behindertenverbänden gefordert. Anlässlich des morgigen Europäischen Tages für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen fordern sie: „Inklusion – Dabei sein von Anfang an!“ Die tägliche Praxis zeige, dass die Barrierefreiheit vor allem bei Baumaßnahmen, Verkehrsmitteln und Kommunikationshilfen noch zu wünschen übrig lasse. In den vergangenen Jahren sei jedoch, zum Beispiel durch Einbau von Aufzügen an Bahnhöfen, viel erreicht worden.

Als erste große Aufgabe für den neuen Behindertenbeauftragten sieht Baaske die Mitwirkung bei der Novellierung des Brandenburger Behindertengleichstellungsgesetzes. Baaske: „Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen ist unser gemeinsamer Maßstab und ihre Umsetzung unser gemeinsames Ziel. Jürgen Dusel wird dabei ein wichtiger Impulsgeber im Land sein.“ Auf fünf Regionalkonferenzen von Juni bis September 2010 wird über die UN-Konvention und die Eckpunkte der Novellierung des Gleichstellungsgesetzes informiert und mit den Betroffenen diskutiert. Baaske wird daran teilnehmen.

Mit der UN-Konvention, die seit 2009 auch für Deutschland verbindlich ist, wird Behinderung nicht länger vor allem unter medizinischen und sozialen Blickwinkeln betrachtet, sondern als Menschenrechtsthema anerkannt. Der Vertrag formuliert das Recht auf Selbstbestimmung, Partizipation und umfassenden Diskriminierungsschutz für Menschen mit Behinderungen und fordert eine barrierefreie und inklusive Gesellschaft.

Jürgen Dusel: „Ich stelle meine neue Aufgabe unter das Motto ‚Mehr Teilhabe wagen!’. Mir geht es um den Abbau von Barrieren insbesondere in den Köpfen. Menschen mit Behinderungen in Brandenburg sind Bürgerinnen und Bürger des Landes mit gleichen Rechten, Bedürfnissen und Wünschen nach einem erfüllten und selbstbestimmten Leben in der Gemeinschaft. Die Umsetzung der UN-Konvention bietet jetzt die Chance, diesem Ziel einen guten Schritt näher zu kommen. Hierbei müssen die Menschen mit Behinderungen von Anfang an beteiligt werden, denn sie sind Experten in eigener Sache. Aufgrund meiner eigenen Biografie ist es mir ein persönliches Anliegen, hieran mitzuwirken.“

Jürgen Dusel, der von Geburt an stark sehbehindert ist, wurde am 14. Februar 1965 in Würzburg geboren. Nach dem Abitur studierte er in Heidelberg Jura. Von 1996 bis 1998 war er Jurist bei der Hauptfürsorgestelle des Landes Mecklenburg-Vorpommern. 1998 übernahm er die Leitung des Dezernats „Heimaufsicht/überörtliche Betreuungsbehörde“ beim brandenburgischen Landesamt für Soziales und Versorgung in Cottbus. Dort wurde er 2002 Leiter des Integrationsamtes.

Von 2002 bis 2009 war er Mitglied im Landesbehindertenbeirat Brandenburg. Seit 2004 ist er im Vorstand der Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen. Seit 2009 ist Dusel als Dezernatsleiter verantwortlich für die Fachaufsicht über die psychiatrischen Kliniken und Fachabteilungen im Land Brandenburg. Er lebt in Cottbus, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

 

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