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Kinderzuschlag

Warum gibt es den Kinderzuschlag?

Der Kinderzuschlag ist eine Ergänzungsleistung zum Kindergeld. Er wird an gering verdienende Mütter und Väter gezahlt, die mit ihren Einkünften zwar ihren eigenen Unterhalt finanzieren können, nicht aber den Unterhalt ihrer Kinder, und so zusätzlich auf Arbeitslosengeld II (ALG II)/Sozialgeld angewiesen wären. Durch die Zahlung des Kinderzuschlages und eventuell zustehendem Wohngeld kann jedoch der Bedarf der Familie gedeckt werden. Ein Anspruch auf Arbeitslosengeld II (ALG II)/Sozialgeld entfällt.

Wer erhält den Kinderzuschlag?

Den Kinderzuschlag erhalten Berechtigte für ihre im Haushalt lebenden unverheirateten Kinder bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres, für die sie einen Anspruch auf Kindergeld haben oder für die ihnen eine andere Leistung zusteht, die den Kindergeldanspruch ausschließt. Zu den anderen Leistungen gehören zum Beispiel Leistungen für Kinder, die außerhalb Deutschlands oder von einer zwischen- oder überstaatlichen Einrichtung gewährt werden und dem Kindergeld vergleichbar sind. Für ein und dasselbe Kind kann immer nur eine Person den Kinderzuschlag erhalten. In aller Regel wird der Kinderzuschlag an denjenigen Elternteil gezahlt, der auch das Kindergeld beantragt hat oder bezieht. Der Kinderzuschlag wird zusammen mit dem Kindergeld ausgezahlt. Wird für ein Kind kein Kindergeld gezahlt, zum Beispiel weil den Eltern eine andere Leistung gewährt wird oder zusteht, können die im gemeinsamen Haushalt lebenden Eltern untereinander bestimmen, wer den Kinderzuschlag erhalten soll.

Anspruch auf Kinderzuschlag haben Eltern, deren Einkommenshöhe sich in einem bestimmten Korridor zwischen einer Mindest- und einer Höchsteinkommensgrenze bewegt: Den Eltern steht kein Anspruch auf Kinderzuschlag zu, wenn das Einkommen die jeweilige Mindesteinkommensgrenze (für Elternpaare 900 Euro; für Alleinerziehende 600 Euro) unterschreitet oder die Höchsteinkommensgrenze überschreitet. Letztere setzt sich aus dem elterlichen Bedarf entsprechend den Regelleistungen zum ALG II und dem prozentualen Anteil an den angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung sowie dem Gesamtkinderzuschlag zusammen. Wenn die Eltern gar kein oder lediglich ein so geringes Einkommen erzielen, dass sie selbst ihren eigenen Bedarf nicht sicherstellen können, besteht Anspruch auf ALG II. Zusätzlich zum ALG II oder zum Sozialgeld wird kein Kinderzuschlag gezahlt.

Wie hoch ist der Kinderzuschlag?

Der Kinderzuschlag kann pro Kind bis zu 170 Euro monatlich betragen und wird für jedes zu berücksichtigende Kind einzeln berechnet. Er wird um das zu berücksichtigende Einkommen und Vermögen des Kindes voll gemindert (zum Beispiel Unterhaltsleistungen). Verbleiben nach Abzug von Einkommen und Vermögen jedes der Kinder vom jeweiligen Kinderzuschlag einzelne zusammenzurechnende Kinderzuschlagsbeträge, wird dieser restliche Gesamtkinderzuschlag durch das Einkommen, das die Mindesteinkommensgrenze überschreitet und durch das Vermögen der Eltern gemindert.

Wo ist der Kinderzuschlag zu beantragen?

Der Kinderzuschlag muss gesondert und schriftlich bei den örtlichen Familienkassen der Bundesagentur für Arbeit beantragt werden. Dies gilt auch für Angehörige des öffentlichen Dienstes. Das Antragsformular erhalten Sie bei der örtlichen Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit oder unter Familienkasse.

Ausgefüllte Anträge können Sie an die Familienkasse Berlin-Brandenburg, 14465 Potsdam, senden. Weitere Informationen enthält das über diese Internetseite abrufbare "Merkblatt Kinderzuschlag". Die Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit gibt Ihnen aber auch gern telefonisch Auskünfte. Unter der Rufnummer 0800 4 5555 30 steht Ihnen das Servicetelefon in der Zeit von Montag bis Freitag von 08:00 bis 18:00 Uhr kostenlos zur Verfügung. Per E-Mail erreichen Sie die Familienkasse Berlin-Brandenburg über familienkasse-berlin-brandenburg@arbeitsagentur.de.
Über diesen Weg besteht auch die Möglichkeit, Beratungstermine zu vereinbaren.

Kinderzuschlag und Leistungen für Bildung und Teilhabe

Empfängerinnen und Empfänger des Kinderzuschlages können darüber hinaus auch Leistungen für Bildung und Teilhabe beziehen.

Zu den Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets zählen:

  • eintägige Kita- oder Schulausflüge,
  • mehrtägige Kita- oder Klassenfahrten,
  • die Ausstattung mit persönlichem Schulbedarf,
  • die Schülerbeförderung zur Schule,
  • Lernförderung,
  • Mittagsverpflegung in Schule, Kita oder Hort,
  • Leistungen für die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft.

Das Bildungs- und Teilhabepaket wird zum Teil als Geld- und teils als Sachleistung gewährt. Nähere Informationen zu den einzelnen Leistungen entnehmen Sie bitte dem Kapitel 2.5.

Wo beantragen Kinderzuschlagbezieherinnen und -bezieher die Leistungen für Bildung und Teilhabe?

Die Bildungs- und Teilhabeleistungen sind gesondert und schriftlich unter Vorlage des Kinderzuschlagbescheides zu beantragen. Für die Leistungen ist die Kommune, d.h. die Landkreise und kreisfreien Städte, verantwortlich. Bei Fragen zum Antragsverfahren und für weitergehende Auskünfte wenden Sie sich bitte an Ihren Landkreis bzw. die Stadtverwaltung.

Letzte Aktualisierung: 10.08.2017

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