Das Ministerium

Unsere Themen

Landesbeauftragte

Landesstelle

Service

Unterhaltsvorschussleistungen

Kinder alleinerziehender Eltern haben Anspruch auf Unterhaltsleistungen des anderen Elternteils (siehe Kapitel 8.6 Unterhaltsleistungen). Ist der unterhaltsverpflichtete Elternteil jedoch nicht leistungsfähig oder kommt er/sie aus anderen Gründen seinen Zahlungsverpflichtungen nicht bzw. nur unregelmäßig oder nicht in voller Höhe nach, kann ein Unterhaltsvorschuss nach dem Unterhaltsvorschussgesetz (UhVorschG) aus öffentlichen Mitteln beantragt werden. Auch, wenn die oder der Unterhaltsverpflichtete nicht feststellbar, unbekannt verzogen oder verstorben ist und dem Kind keine Waisenbezüge gezahlt werden, kann ein Anspruch auf Unterhaltsvorschussleistung bestehen.

Die Zahlung von Unterhaltsvorschuss ist ausgeschlossen, wenn

  • beide Elternteile zusammenleben,
  • der Elternteil, bei dem das Kind lebt, verheiratet ist und nicht dauernd getrennt von seiner Ehegattin bzw. seinem Ehegatten oder seiner Lebenspartnerin bzw. seinem Lebenspartner lebt,
  • der Elternteil, bei dem das Kind lebt, die für die Durchführung des Unterhaltsvorschussgesetzes erforderlichen Auskünfte verweigert,
  • der andere Elternteil seine Unterhaltspflicht durch Vorauszahlung erfüllt hat,
  • das Kind nicht bei einem seiner Elternteile lebt,
  • der Bedarf des Kindes durch Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch Achtes Buch (SGB VIII) – Kinder- und Jugendhilfe – gedeckt ist.

Wie hoch ist der Unterhaltsvorschuss?

Der Unterhaltsvorschuss dient der Sicherung des Unterhalts für Kinder alleinerziehender Mütter und Väter bis zur Höhe des jeweils geltenden Mindestunterhalts. Er wird höchstens bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr des Kindes, aber für nicht mehr als insgesamt 72 Monate gezahlt. Es sollte darauf geachtet werden, dass für den Zeitraum nach dem Auslaufen der Unterhaltsvorschussleistung ein eigener Unterhaltstitel für das Kind besteht (siehe Kapitel 8.6 Unterhaltsleistungen). Sie können dazu eine gebührenfreie Beistandschaft beim Jugendamt beantragen. Damit wird das Jugendamt Beistand und bemüht sich um die Vaterschaftsfeststellung und/oder die Geltendmachung des Kindesunterhalts.

Die Höhe der Unterhaltsvorschussleistung richtet sich nach dem Alter Ihres Kindes. Der Unterhaltsvorschuss wird bis zur Höhe des maßgeblichen Mindestunterhalts eines Kindes gezahlt, im Regelfall wird jedoch das volle Kindergeld für ein erstes Kind abgezogen. Für Kinder unter sechs Jahren erhalten Sie bis zu 150 Euro und für Kinder zwischen sechs und unter zwölf Jahren bis zu 201 Euro (Stand: 2017). Waisenbezüge des Kindes und Unterhaltszahlungen des anderen Elternteils – sofern dieser tatsächlich zahlt – werden auf den Unterhaltsvorschuss angerechnet. Das Einkommen des Elternteils, bei dem das Kind lebt, wird dagegen nicht berücksichtigt.

Geplant ist, dass ab 01.07.2017 der Unterhaltsvorschuss bis zur Volljährigkeit des Kindes gezahlt werden soll. Die bisherige Höchstbezugsdauer von 72 Monaten soll für alle Kinder aufgehoben werden. Für Kinder nach Vollendung des 12. Lebensjahres soll zusätzlich Voraussetzung sein, dass sie selbst nicht auf Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) angewiesen sind oder dass der alleinerziehende Elternteil im SGB-II-Bezug mindestens 600 Euro brutto monatlich verdient. Die Höhe des Unterhaltsvorschusses für Kinder von 12 Jahren bis zum vollendeten 18. Lebensjahr soll 268 Euro monatlich betragen.

Das Gesetzgebungsverfahren soll im Frühjahr 2017 abgeschlossen werden und die Reform des Unterhaltsvorschusses zum 1. Juli 2017 in Kraft treten.

Weitere Informationen:
www.bmfsfj.de bzw. www.familien-wegweiser.de

Wo stellen Sie den Antrag?

Die Unterhaltsvorschussleistung wird frühestens ab dem Monat der Antragstellung gezahlt, in dem die Voraussetzungen für einen Anspruch erfüllt werden. Ihren Antrag auf Unterhaltsvorschuss stellen Sie bei Ihrem zuständigen Jugendamt. Dort erhalten Sie die dafür notwendigen Formulare sowie Auskunft über die Unterlagen, die Sie dem Antrag beifügen müssen.

Mit der Bewilligung des Unterhaltsvorschusses geht der Unterhaltsanspruch des Kindes in Höhe des gezahlten Betrages auf das Land über. Das Jugendamt teilt dies dem unterhaltsverpflichteten Elternteil mit und versucht seinerseits, die Rückzahlung von ihm durchzusetzen.

Weitere Informationen zum Unterhaltsvorschuss erhalten Sie vom zuständigen Jugendamt.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) informiert in der kostenlosen Broschüre "Der Unterhaltsvorschuss – Eine Hilfe für Alleinerziehende".

Die Bestelladresse lautet:
Publikationsversand der Bundesregierung
Postfach 481009
18132 Rostock
Telefon: 030 182722721
Telefax: 030 18102722721
publikationen@bundesregierung.de
www.bmfsfj.de

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV): „Gesetz zur Sicherung des Unterhalts von Kindern alleinstehender Mütter und Väter durch Unterhaltsvorschüsse oder -ausfalleistungen“.

Letzte Aktualisierung: 28.08.2017

Familienratgeber

Familien- und Kinderfreundlichkeit