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Hinweise zur Lohn- und Einkommensteuer

Wahl der richtigen Lohnsteuerklasse

Die Höhe der Lohnsteuer, die Sie als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer an das Finanzamt monatlich abführen müssen, hängt von Ihrer Steuerklasse ab. Insgesamt gibt es sechs Steuerklassen. In welche Sie eingeordnet werden, hängt von Ihren persönlichen Verhältnissen ab, z. B. ob Sie verheiratet, ledig oder geschieden sind und welche Frei- und Pauschbeträge Ihnen während des Jahres zustehen.

Wer gehört in welche Steuerklasse?

Sie sind ledig und ohne Kind – dann gehören Sie in die Steuerklasse I. Wenn Sie ledig sind und mindestens ein Kind haben, das an Ihrem Wohnsitz gemeldet ist, können Sie der Steuerklasse I oder Steuerklasse II angehören. Voraussetzung für die Gewährung der Steuerklasse II – in der der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende in Höhe von 1.908 Euro enthalten ist (siehe Kapitel 3.2 Zusätzliche steuerliche Entlastungen für Alleinerziehende) – ist, dass zu Ihrem Haushalt mindestens ein Kind gehört, für das Ihnen Freibeträge für Kinder (Kinderfreibetrag sowie Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf) oder Kindergeld zusteht. Haushaltszugehörigkeit wird diesbezüglich so definiert, dass das Kind dauerhaft in Ihrer Wohnung lebt oder mit seiner Einwilligung vorübergehend, z. B. zu Ausbildungszwecken, auswärtig untergebracht ist. Haushaltszugehörigkeit erfordert ferner eine Verantwortung für das materielle (Versorgung, Unterhaltsgewährung) und immaterielle Wohl (Fürsorge, Betreuung) des Kindes.

Die Steuerklasse II wird nur bescheinigt, wenn die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer dem zuständigen Finanzamt schriftlich versichert hat, dass die Voraussetzungen für die Berücksichtigung des Entlastungsbetrages für Alleinerziehende vorliegen und ihr oder ihm die Verpflichtung bekannt ist, die Eintragung der Steuerklasse II umgehend ändern zu lassen, wenn diese Voraussetzungen wegfallen.
Ein Muster für die schriftliche Versicherung stellt das Ministerium für Finanzen des Landes Brandenburg (MdF) zur Verfügung.

Wenn Sie verheiratet und Sie beide unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind und nicht getrennt leben, gelten folgende Steuerklassen:

  • Wenn Ihre Ehepartnerin oder Ihr Ehepartner keine Arbeitnehmerin oder kein Arbeitnehmer ist, gehören Sie in die Steuerklasse III.
  • Wenn Ihre Ehepartnerin oder Ihr Ehepartner auch Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer ist, gehören entweder beide Partner der Steuerklasse IV an oder ein Partner der Steuerklasse III und der andere der Steuerklasse V.

Ist ein Ehepartner nur beschränkt einkommensteuerpflichtig oder Sie leben dauernd getrennt, gehören Sie der Steuerklasse I oder II an. Sind Sie geschieden, können Sie für das Kalenderjahr, in dem die Ehe aufgelöst worden ist, nach der Steuerklasse III besteuert werden. Das gilt nur dann, wenn Sie und Ihr Ehepartner bzw. Ehepartnerin in diesem Jahr beide unbeschränkt einkommensteuerpflichtig waren, Sie nicht dauernd getrennt gelebt haben und Ihr geschiedener Ehepartner bzw. Ihre geschiedene Ehepartnerin wieder geheiratet hat und auch von seinem neuen Ehepartner bzw. seiner neuen Ehepartnerin nicht dauernd getrennt lebt und beide unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind. Im folgenden Jahr gehören Sie der Steuerklasse I oder II an.

Unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist, wer einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat; ansonsten besteht beschränkte Einkommensteuerpflicht.

Was ist, wenn Sie für mehrere Arbeitgeber arbeiten?

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die mehrere Arbeitgebende haben, werden für die weiteren Arbeitsverhältnisse mit der Steuerklasse VI besteuert.

Da beim Lohnsteuerabzug einer Arbeitnehmerin bzw. eines Arbeitnehmers im Laufe des Jahres nur deren oder dessen eigener Lohn zugrunde gelegt werden kann und die Arbeitslöhne beider Eheleute erst am Jahresende zusammengeführt werden, lässt es sich mitunter nicht vermeiden, dass zu viel bzw. zu wenig Lohnsteuer im Verlauf des Jahres gezahlt wird. Um die Differenz zur tatsächlichen Jahressteuer so gering wie möglich zu halten, können Ehepaare zwischen der Steuerklassenkombination III/V oder IV/IV wählen.

Wenn Sie und Ihre Ehepartnerin bzw. Ihr Ehepartner beide ein annähernd gleich hohes Einkommen haben, empfiehlt sich die Steuerklassenkombination IV/IV. Bei sehr unterschiedlichen Einkommen ist in der Regel die Steuerklassenkombination III/V günstig, und zwar III für den Ehepartner bzw. -partnerin, der/die mehr als 60 Prozent des Gesamteinkommens bezieht, und V für den anderen Ehepartner bzw. die andere Ehepartnerin. Dabei lässt sich nicht vermeiden, dass der Steuerabzug bei der Steuerklasse V verhältnismäßig höher ist als bei der Steuerklasse IV. Im Gegenzug ist die damit kombinierte Steuerklasse III verhältnismäßig niedrig.

Um dennoch einen der (Jahres-)Einkommensteuer angenäherten Lohnsteuerabzug zu erhalten, wurde als optionale Möglichkeit bei der Lohnsteuerermittlung das sog. „Faktorverfahren“ eingeführt. Danach ist bei Eheleuten, die beide Arbeitslohn beziehen, anstelle der Wahl der Kombination III/V die Kombination IV+Faktor/IV+Faktor möglich. Die Eheleute müssen dazu einen entsprechenden Antrag beim Finanzamt stellen. Der Faktor wird vom Finanzamt über eine Formel ermittelt. Für diese Ermittlung müssen die Eheleute dem Finanzamt ihre voraussichtlichen Arbeitslöhne mitteilen. Weitere Einzelheiten hierzu können Sie bei Ihrem zuständigen Finanzamt erfragen.

Bitte beachten Sie auch, dass später fällig werdende Lohnersatzansprüche (Arbeitslosengeld, Krankengeld, Mutterschaftsgeld) von der Höhe des zuletzt bezogenen Nettoeinkommens abhängen. Möchten Sie deshalb keine Einstufung in die Steuerklasse V, so sollten Sie die Steuerklassenkombination IV/IV bzw. IV + Faktor/IV + Faktor wählen.

Können Sie die Steuerklasse wechseln?

Eheleute, die beide in einem Dienstverhältnis stehen, können grundsätzlich einmalig im Laufe des Kalenderjahres – spätestens bis zum 30. November des jeweiligen Kalenderjahres – bei ihrem zuständigen Finanzamt die Änderung der Steuerklassen beantragen. Die Änderung gilt mit Wirkung vom Beginn des Kalendermonats an, der auf die Antragstellung folgt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beantworten Ihnen auch alle weiteren Fragen hinsichtlich der Wahl der Lohnsteuerklassen. Wollen Sie Ihre Steuerklasse für das nächste Jahr ändern, können Sie dies bis zum Beginn des neuen Jahres Ihrem zuständigen Finanzamt mitteilen, ohne dass das als Steuerklassenwechsel im vorgenannten Sinne gilt.

Da die Steuerklasse ein notwendiges Merkmal für den laufenden (i.d.R. monatlichen) Lohnsteuerabzug darstellt, wird der Wechsel der bisherigen Steuerklasse im Rahmen des „ ELStAM-Verfahrens“ (Elektronisches-Lohnsteuer-Abzugsmerkmal-Verfahren) Ihrem Arbeitgeber automatisiert per elektronischer Datenübermittlung bekannt gegeben.

Zur Steuerklassenwahl steht Ihnen unter www.mdf.brandenburg.de Merkblatt zur Steuerklassenwahl 2016 ein Informationsblatt zur Verfügung.

Wie werden Ehegatten und Lebenspartnerschaften veranlagt?

Eheleute bzw. Lebenspartner, die beide steuerpflichtige Einkünfte (unter anderem z. B. Arbeitslohn) beziehen, werden in der Regel gemeinsam besteuert (d. h. zusammen veranlagt). Bei der Zusammenveranlagung werden die Eheleute/Lebenspartner steuerrechtlich wie eine Person behandelt. Dies bedeutet, sie geben nur eine Steuererklärung ab und erhalten anschließend auch nur einen Steuerbescheid.

Alternativ können Eheleute/Lebenspartner die Einzelveranlagung wählen. Bei der Einzelveranlagung wird jeder Ehepartner/Lebenspartner mit seinen eigenen Einkünften zur Einkommensteuer veranlagt. Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und die Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen werden entsprechend der wirtschaftlichen Belastung aufgeteilt – aus Vereinfachungsgründen können die Eheleute/Lebenspartner auch eine hälftige Aufteilung der Kosten beantragen.

Was ist das Splittingverfahren?

Das Splittingverfahren wird bei der Zusammenveranlagung automatisch angewendet und ist vor allem für Ehepaare und Lebenspartnerschaften vorteilhaft, bei denen eine Partnerin oder ein Partner erwerbstätig ist und der andere den Haushalt führt oder nur über ein geringes Einkommen verfügt. Dabei wird das gesamte Einkommen beiden je zur Hälfte zugerechnet. Bei einem Gesamteinkommen von 60.000 Euro beträgt das zu versteuernde Einkommen für jeden danach 30.000 Euro. Wegen der steuerlichen Progression (Ansteigen des Steuersatzes im Verhältnis zum Einkommen) fällt dadurch eine geringere Steuer an, als wenn eine oder einer der Partner allein die 60.000 Euro versteuern müsste.

Wenn Sie grundsätzliche Fragen zum Lohn- und Einkommensteuerrecht haben, sollten Sie die Hilfe der steuerberatenden Berufe in Anspruch nehmen.

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.steuererklaerung.com

Kindergeld oder Freibeträge für Kinder

Wer Kinder hat, wird steuerlich entlastet, entweder durch die monatliche Zahlung von Kindergeld oder durch die Gewährung der Freibeträge für Kinder (Kinderfreibetrag und Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsfreibetrag). Bei der Veranlagung zur Einkommensteuer prüft das Finanzamt, was für Sie günstiger ist.

Weitere Informationen zum Thema Kindergeld finden Sie im Kapitel Kindergeld.

Wer nutzt den Kinderfreibetrag?

In der Regel haben vor allem Eltern mit einem relativ hohen Jahreseinkommen Vorteile durch einen steuerlichen Kinderfreibetrag von 4.608 Euro. Dieser Betrag entspricht dem Existenzminimum eines Kindes und kann bei der Einkommensteuererklärung der Eltern geltend gemacht werden. Der Freibetrag mindert auch den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer. Leben die Eltern getrennt, sind geschieden oder handelt es sich um nicht eheliche Kinder, wird der Kinderfreibetrag zwischen beiden Elternteilen je zur Hälfte aufgeteilt. Er beträgt in diesem Fall also 2.304 Euro.

Wie hoch ist der Freibetrag für Betreuung und Erziehung oder Ausbildung?

Zusätzlich zum Kinderfreibetrag gibt es den Freibetrag für Betreuung und Erziehung oder Ausbildung in Höhe von 2.640 Euro für Elternpaare bzw. 1.320 Euro je Elternteil. Wohnt das minderjährige Kind bei nur einem Elternteil, der nicht mit dem anderen Elternteil steuerlich zusammen veranlagt wird, kann dieser den gesamten Freibetrag in Anspruch nehmen, sofern der Übertragung durch den anderen Elternteil nicht widersprochen wird, weil auch dieser Kinderbetreuungskosten trägt oder das Kind regelmäßig in einem nicht unwesentlichen Umfang betreut.

Beachten Sie: sofern bei der Einkommensteuerveranlagung die Freibeträge für Kinder berücksichtigt werden, wird das Kindergeld der tariflichen Einkommensteuer hinzugerechnet; denn ein Nebeneinander von einkommensteuerrechtlichen Freibeträgen für Kinder und Kindergeld ist nicht möglich.

 

Berücksichtigung von Kinderbetreuungskosten

In welcher Höhe werden Kinderbetreuungskosten berücksichtigt?

Kinderbetreuungskosten können als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Betreuungskosten für Kinder, für die Ihnen Kindergeld oder ein Freibetrag für Kinder zusteht, können ab Geburt des Kindes bis zur Vollendung seines 14. Lebensjahres berücksichtigt werden. Darüber hinaus können solche Aufwendungen für Kinder berücksichtigt werden, die wegen einer vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetretenen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung außerstande sind, sich selbst zu unterhalten. Das gilt auch für Kinder, die wegen einer vor dem 1. Januar 2007 in der Zeit ab Vollendung des 25. Lebensjahres und vor Vollendung des 27. Lebensjahres eingetretenen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung außerstande sind, sich selbst zu unterhalten.

Kinderbetreuungskosten sind in Höhe von zwei Dritteln der Aufwendungen, höchstens 4.000 Euro je Kind und Kalenderjahr abziehbar. Haben beide Elternteile entsprechende Aufwendungen getragen, sind diese bei jedem Elternteil grundsätzlich nur bis zu einem Höchstbetrag von 2.000 Euro zu berücksichtigen.

Was zählt zu den Kinderbetreuungskosten?

Zu den Kinderbetreuungskosten gehören z. B. Aufwendungen für

  • die Unterbringung von Kindern in Kindergärten, -tagesstätten, -horten, -heimen und -krippen,
  • die Unterbringung von Kindern bei Tagesmüttern, Wochenmüttern und in Ganztagespflegestellen,
  • die Beschäftigung von Kinderpflegerinnen, Erzieherinnen,
  • die Beschäftigung von Hilfen im Haushalt, soweit sie ein Kind betreuen.

Wie und wo müssen Sie die Aufwendungen für die Kinderbetreuung nachweisen?

Für die Aufwendungen müssen Sie eine Rechnung erhalten haben. Die Zahlung muss auf das Konto der Leistungserbringenden erfolgt sein. Gegebenenfalls verlangt das Finanzamt diese Nachweise im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung. Barzahlungen werden in keinem Fall anerkannt.

Einer Rechnung gleich steht z. B. bei einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis oder einem Minijob der zwischen Ihnen als Arbeitgeberin oder Arbeitgeber und der Betreuungsperson als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer abgeschlossene schriftliche (Arbeits-)Vertrag. Bei der Betreuung  in einem Kindergarten  oder Hort genügen der Bescheid des öffentlichen oder privaten tragenden Institution über die zu zahlenden Gebühren sowie der Überweisungsbeleg.

Die Aufwendungen machen Sie im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung über die „Anlage KIND“ geltend.

Letzte Aktualisierung: 15.06.2016

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