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Hilfe bei häuslicher Gewalt

Wenn Frauen und ihre Kinder Opfer von Gewalt werden durch Personen, mit denen sie zusammenleben oder zusammengelebt haben, wenn sie körperlich misshandelt, seelisch gequält oder bedroht werden, sind dies keine Ausrutscher, sondern Straftaten. Die Erfahrung zeigt leider: Es bleibt meist nicht bei einem Mal. Holen Sie sich daher schon bei den ersten Anzeichen von Gewalt Unterstützung.

Wer kann Ihnen helfen?

  • Polizei
  • Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“
  • Frauenberatungsstellen
  • Frauenhäuser
  • Opferberatungsstellen
  • Gleichstellungsbeauftragte und Frauenzentren der Gemeinden
  • andere Beratungsstellen

Wie kann die Polizei helfen?

Wenn Sie die Polizei rufen, können folgende Maßnahmen eingeleitet werden:

  • Der Täter kann aus der Wohnung entfernt werden (Wohnungsverweisung).
  • Der Täter kann in Polizeigewahrsam genommen werden.
  • Sie können Strafanzeige wegen Körperverletzung, Nötigung oder vergleichbarer Straftaten stellen. Sie können damit auch eine Person Ihres Vertrauens beauftragen.

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ bietet unter der Nummer 08000 116 016 Betroffenen die Möglichkeit, sich anonym, kompetent und sicher beraten zu lassen. Ob Gewalt in Ehe und Partnerschaft, sexuelle Übergriffe und Vergewaltigung sowie Stalking, Zwangsprostitution oder Genitalverstümmelung – Beraterinnen stehen hilfesuchenden Frauen zu allen Formen der Gewalt vertraulich zur Seite und leiten Sie auf Wunsch an die passende Unterstützungseinrichtung vor Ort weiter. Der Anruf ist kostenlos. Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr in 15 Sprachen erreichbar.

Über www.hilfetelefon.de können Frauen auch über eine gesicherte, anonyme und barrierefreie Online-Verbindung Kontakt zu den Beraterinnen aufnehmen. Über die Website gibt es auch einen Zugang zu einer Gebärdendolmetschung.

Was bieten Frauenhäuser und Frauenberatungsstellen?

Misshandelte Frauen und ihre Kinder können dort zu jeder Tages- und Nachtzeit Schutz und Unterkunft finden. Die Frauen versorgen sich und ihre Kinder eigenverantwortlich. Mit Unterstützung der Mitarbeiterinnen organisieren sie ihr Leben im Frauenhaus selbst. Die Mitarbeiterinnen setzen sich für die Interessen der Frauen ein. Sie unterstützen die Frauen bei Behördengängen, der Kinderbetreuung oder bei der Wohnungssuche. Bei Bedarf werden auch psychologische Beratung, ärztliche Hilfe sowie Rechtsberatungen vermittelt. Diese Hilfsangebote sind nicht an einen Frauenhausaufenthalt gebunden. Beratungsgespräche sind auch außerhalb des Frauenhauses möglich, gegebenenfalls auch anonym.

Welche rechtlichen Möglichkeiten haben Sie?

Nach dem Gesetz zur Verbesserung des zivilgerichtlichen Schutzes bei Gewalttaten und Nachstellungen sowie zur Erleichterung der Überlassung der Ehewohnung bei Trennung (Gewaltschutzgesetz), können Ihnen als Opfer auf Antrag vom Gericht folgende Schutzmaßnahmen erlassen werden:

  • Die gemeinsame Wohnung kann Ihnen zur alleinigen Nutzung überlassen werden, auch dann, wenn sie im Alleineigentum der gewalttätigen Person ist oder von ihr allein gemietet wurde oder wenn der gemeinsame Wohnsitz schon aufgegeben wurde, z. B. nach einer Ehescheidung.
  • Anspruch auf Wohnungsüberlassung besteht auch, wenn das Wohl von im Haushalt lebenden Kindern beeinträchtigt ist.
  • Der Täter darf sich nicht in der Wohnung oder in einem bestimmten Umkreis der Wohnung des Opfers aufhalten.
  • Der Täter darf keinen Kontakt zu Ihnen aufnehmen oder ein Zusammentreffen mit Ihnen herbeiführen. Für den Erlass dieser Schutzanordnungen müssen Sie sich innerhalb von drei Monaten nach der Tat an das für Ihren Wohnsitz zuständige Familiengericht beim Amtsgericht, wenn eine gemeinsame Wohnung besteht oder bestand, sonst an das Zivilgericht (ebenfalls beim Amtsgericht) wenden. Sie können dort auch Schutzanordnungen und Wohnungsüberlassung im Eilverfahren als einstweilige Anordnungen beantragen.
Letzte Aktualisierung: 04.08.2016

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