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09.09.2011Anpassungsqualifizierung für zugewanderte Pflegekräfte beendet | 097/2011

Potsdam – 15 zugewanderte Krankenpflegekräfte sind seit heute qualifizierte "Gesundheits- und Krankenpflegerinnen".  Nach einer erfolgreich abgeschlossenen Anpassungsausbildung und bestandener staatlicher Prüfung können sie jetzt in diesem Beruf arbeiten. Die entsprechenden Urkunden wurden ihnen heute von Brandenburgs Gesundheitsministerin Anita Tack und der Landesintegrationsbeauftragten Karin Weiss im Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann überreicht.

 "Für mich als Gesundheitsministerin sind Fachkräfte die Basis für die gesundheitliche Versorgung der Menschen. Und gerade die Pflegekräfte leisten dazu einen bedeutenden Beitrag", hob Anita Tack auf der Veranstaltung hervor. "Ich freue mich, dass Sie in dem Beruf, den Sie in Ihrem Herkunftsland erlernt haben, auch hier in Deutschland uneingeschränkt arbeiten können und Sie eine Ihrer Qualifikation entsprechende Bezahlung erhalten", wandte sie sich an die Pflegekräfte.

Migrantinnen und Migranten mit einem in ihrem Heimatland erworbenen Abschluss als Pflegefachkraft, die in Deutschland als Gesundheits- und Krankenpfleger beziehungsweise als Gesundheits- und Krankenpflegerin arbeiten wollen, brauchen eine Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung. Nur wenn ihnen diese Erlaubnis von der zuständigen Behörde erteilt wird, können sie als Pflegefachkraft arbeiten. Wenn ihre Ausbildung nicht gleichwertig mit der deutschen Ausbildung ist, müssen sie zuvor eine Kenntnisstandsprüfung ablegen.

Wegen der fehlenden Anerkennung ihres mitgebrachten Berufsabschlusses war Zugewanderten, die aus nicht EU-Ländern nach Brandenburg kamen, bisher zum Teil eine entsprechende Beschäftigung und Integration in den ersten Arbeitsmarkt versagt. Viele haben in ihren Herkunftsländern schon viele Jahre in der Krankenpflege gearbeitet. Die Integrationsbeauftragte des Landes Karin Weiss initiierte deshalb ein Projekt, das die Betroffenen sprachlich und fachtheoretisch sowie -praktisch gezielt auf die gesetzlich vorgeschriebene Kenntnisstandsprüfung vorbereitete. Weiss: „Eine qualifizierte Berufstätigkeit ist die beste Voraussetzung für das Gelingen von Integration. Das nützt nicht nur den in Brandenburg lebenden Menschen mit Migrationshintergrund sondern uns allen. Wir brauchen sie!“

Projektträger war das Europäische Bildungswerk für Beruf und Gesellschaft gGmbH aus Potsdam in Kooperation mit der Potsdamer Schule für Gesundheitsberufe am Klinikum Ernst von Bergmann. An der Anpassungsqualifizierung nahmen 21 zugewanderte Krankenschwestern teil. Sie stammen aus den Ländern Russland (11), Ukraine (6), Aserbaidschan (1), Iran (1), Kirgistan (1) und Polen (1). 15 von ihnen haben die Prüfung bestanden. Für die anderen besteht die Chance einer Wiederholungsprüfung.

Das Projekt begann im Juni 2010 mit einem gut sechs Monate dauernden, berufsbezogenen Sprachkurs, der vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert wurde. Daran schloss sich der berufsfachliche Teil der Anpassungsqualifizierung an. Der Unterricht an der Schule für Gesundheitsberufe wechselte sich regelmäßig mit praktischen Einsätzen im Krankenhaus ab. Während des 10-monatigen Kurses absolvierten die Teilnehmerinnen viermal ein 4-wöchiges Praktikum. Die Praktika wurden auf verschiedenen Stationen des Klinikums Ernst von Bergmann in Potsdam bzw. an Kliniken in den Heimatorten der Teilnehmerinnen durchgeführt.

So konnten die Teilnehmerinnen gut auf die Anforderungen des ihnen unbekannten Gesundheitssystems sowie auf die Prüfung vorbereitet werden. Die Gesamtkosten des fachlichen Teils der Anpassungsqualifizierung von 120.000 EUR wurden durch die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter über Bildungsgutscheine finanziert.

Die Teilnehmerinnen waren während des gesamten Projektes mit Engagement bei der Sache. Teilweise nahmen sie lange Fahrtwege in Kauf und das, obwohl einige von ihnen kleine Kinder zu versorgen haben.

Integrationsminister Günter Baaske: "Im Gesundheits- und Pflegebereich werden Fachkräfte zunehmend rar. Auch deshalb müssen wir verstärkt den Blick auf das auch in Brandenburg vorhandene Potenzial gut ausgebildeter und dennoch arbeitsloser Migrantinnen und Migranten richten. Es lohnt sich, sie auf dem Weg zur Anerkennung ihrer Abschlüsse zu unterstützen; das hatte schon das Brandenburger Ärzteprojekt 2008 gezeigt. Durch weitere Angebote zur Anpassungsqualifizierung und Weiterbildung sollen Zugewanderte auch künftig bessere Chancen für einen beruflichen Wiedereinstieg bekommen."

Das Europäische Bildungswerk für Beruf und Gesellschaft gGmbH plant erneut eine solche Bildungsmaßnahme für zugewanderte Pflegekräfte.

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