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01.06.2012Sozialpartnerschaft: Bisherige Schlecker-Beschäftigte | 052/2012

Die Drogeriekette Schlecker wird zerschlagen. Das hat die Gläubigerversammlung des insolventen Unternehmens heute bekannt gegeben. Der Brandenburgische Sozialpartnerdialog aus Arbeitgebern, Gewerkschaften und Landesregierung bittet deshalb regionale Unternehmen aus Handel und Dienstleistung, freie Stellen zu melden. Arbeitsminister Günter Baaske: „Möglichst viele bisherige Schlecker-Beschäftigte sollen schnell wieder in Arbeit kommen. Das erfordert auch unser gemeinsames Engagement“. 

In Brandenburg haben sich insgesamt etwa 550 ehemalige Beschäftigte von Schlecker - überwiegend Frauen - nach der Insolvenz Ende März arbeitslos gemeldet. Wie viele nach der Zerschlagung des Konzern hinzukommen, ist noch ungewiss. Bis Anfang Mai haben 52 eine neue Arbeit aufnehmen können. Weitere 60 konnten sich aus anderen Gründen aus der Arbeitslosigkeit abmelden, z. B. Renteneintritt, Krankheit oder Beginn arbeitsmarktpolitische Maßnahme. 

Günter Baaske wertet das Engagement der Agenturen für Arbeit  positiv: „In allen Regionen des Landes bieten sie Gruppeninformationen und Einzelberatung an. Sollte keine direkte Vermittlung möglich sein, können Qualifizierungen durchgeführt werden, um in einer anderen Branche in gute Arbeit zu kommen. Dennoch wird es eine große Herausforderung für den Arbeitsmarkt. Vor allem die Frauen bei Schlecker hatten überwiegend Vollzeitstellen und wurden nach Tarif bezahlt.“ 

Er bedauert, dass eine Bürgschaft der Länder für eine Transfergesellschaft an der Verweigerungshaltung der FDP gescheitert sei. Baaske: „Die Suche nach einem Investor wäre einfacher und am Ende vielleicht auch erfolgreich gewesen“. Bundesweit sind etwa 3.500 Kündigungsschutzklagen anhängig, davon allein 394 in Brandenburg. „Das war eine große Hypothek bei der Investorensuche; das hätte vermieden werden können“, so der Arbeitsminister. 

Ausdrücklich dankt Baaske dem Handelsverband Berlin-Brandenburg (HBB) für sein Bemühen, bisherige Schlecker-Beschäftigte in andere Unternehmen der Branche zu vermitteln. 

Der Handelsverband sieht grundsätzlich gute Chancen am Stellenmarkt der Branche. Im April waren in Brandenburg 828 freie sozialversicherungspflichtige Stellen in Verkaufsberufen gemeldet. HBB-Hauptgeschäftsführer Nils Busch-Petersen: "Gegenwärtig gibt es in der Region weitaus mehr offene Stellen im Einzelhandel als von Entlassungen bei Schlecker betroffene Personen. Eine spontane Abfrage bei Personalchefs in der Region zeigte das klare Interesse an gutem, erfahrenem Verkaufspersonal.“ 

Erika Ritter, Landesfachbereichsleiterin Handel bei ver.di Berlin-Brandenburg sagt: "Durch die Zerschlagung von Schlecker verlieren viele erfahrene, gut qualifizierte und hoch motivierte Verkäuferinnen und Filialleiterinnen ihren Arbeitsplatz. Gerade diese Kolleginnen haben es verdient, schnell in neue gute Arbeit zu kommen. Gefordert sind jetzt alle Händlerinnen und Händler der Region, insbesondere jene, die seit Wochen öffentlich verbreiten lassen, dass sie ehemalige Schleckerangestellte einstellen werden". 

Hinweis:
Der HBB bietet entlassenen Schlecker Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an, ihre Bewerbungen direkt an interessierte Mitgliedsunternehmen weiterzuleiten. Dazu wurde die Mailadresse Schleckermitarbeiter@hbb-ev.de eingerichtet.

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