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20.09.2012Arbeitsschutz: Jahresbericht 2011 vorgestellt Hohe Unfallgefährdung in der Land- und Forstwirtschaft | 096/2012

Die Zahl der Arbeitsunfälle bleibt in Brandenburg unter dem Bundesdurchschnitt. Im Jahr 2011 gab es 25.200 meldepflichtige Unfälle. Damit lag die Quote auf 1.000 Beschäftigte bei 23,7 – bundesweit sind es 24,5. Die Anzahl der tödlichen Unfälle ist im Vergleich zum Vorjahr um fünf auf zwölf gestiegen. Das geht aus dem Arbeitsschutzbericht 2011 hervor, den Arbeitsminister Günter Baaske heute auf dem Gutshof Langerwisch in Michendorf (Potsdam-Mittelmark) vorstellte. Schwerpunkt des neuen Berichts ist der Arbeitsschutz in der Land- und Forstwirtschaft. Baaske: „In diesem Bereich besteht eine besonders hohe Unfallgefährdung. Er bedarf unserer besonderen Aufmerksamkeit“.

Im Jahr 2011 kontrollierte das Landesamt für Arbeitsschutz (LAS) 6.972 Betriebsstätten. Dabei wurden 14.587 Verstöße gegen Arbeitsschutzbestimmungen festgestellt (2010: 15.970). Die Hälfte aller tödlichen Arbeitsunfälle waren Absturzunfälle auf Baustellen.

Baaske: „Ich bedaure die Todesfälle sehr. Der Anstieg macht deutlich, dass wir beim Einsatz für einen besseren Arbeitsschutz nicht nachlassen dürfen. Arbeitgeber und Beschäftigte sind gleichermaßen aufgefordert, auf den Schutz der Gesundheit zu achten. Termindruck darf nicht zu Unaufmerksamkeit führen. Ein falscher Schritt reicht bereits für ein großes Unglück. Hier müssen wir noch mehr sensibilisieren, gerade im Baugewerbe.“

Zwar gab es bei den meldepflichtigen Arbeitsunfällen einen leichten Anstieg um etwa 1.000, „der sich aber angesichts der gestiegenen Zahl der Erwerbstätigen um 4.400 etwas relativiert“, so Baaske.

In der Land- und Forstwirtschaft ist die Quote der meldepflichtigen Arbeitsunfälle bezogen auf 1.000 Beschäftigte fast viermal so hoch wie im Durchschnitt: sie lag 2011 bei 88 (2010: 92). Rund 3.400 Arbeitsunfälle wurden registriert. In der märkischen Land- und Forstwirtschaft sind rund 36.000 Menschen in über 5.500 Betrieben beschäftigt.

Baaske: „Obwohl die Arbeit in der Land- und Forstwirtschaft in den letzten Jahrzehnten durch eine umfassende Mechanisierung erheblich erleichtert wurde, besteht im Vergleich zu vielen anderen Branchen nach wie vor ein hohes Gefährdungspotenzial für die Sicherheit und Gesundheit der dort Beschäftigten.“

Ursachen dafür sind beispielsweise belastende Arbeitszeiten, Umgang mit schwerem technischem Gerät, ständig wechselnde Witterungsbedingungen bei Arbeiten im Freien, aber auch der Umgang mit biologischen und chemischen Stoffen. Hinzu kommt, dass viele bauliche Anlagen in der Landwirtschaft oft noch aus der Zeit vor 1989 stammen.

Die im Jahresbericht 2011 dargestellten Unfallbeispiele zeigen, dass unbedachtes Handeln, Ignoranz bestehender Vorschriften oder Leichtsinn zu schwerwiegenden Unfällen bei der Arbeit führen können. So verlor beispielsweise ein Beschäftigter eines landwirtschaftlichen Betriebes bei dem Versuch, bei laufender Förderschnecke an einem Mähdrescher den Stau des nassen Erntegutes zu beseitigen, beide Füße. Eine nicht ausreichende Sicherung eines Anhängers beim Abkuppeln kostete einem polnischen Erntehelfer das Leben. Im Juli 2011 kam es in Lauchhammer bei Reinigungsarbeiten im Inneren eines Gärrestelagerbehälters einer Biogasanlage zu einer Explosion. Zwei Beschäftigte eines Industriereinigungsbetriebes erlitten dabei tödliche Brandverletzungen.

Ein gutes Beispiel stellt der Gutshof Langerwisch dar. Neben der Chefin und Pferdewirtschaftsmeisterin Karin Bildt kümmern sich drei Mitarbeiter/innen, zwei Ausbilder/innen und drei Auszubildende um rund 90 Pferde auf 400 Hektar. Eingesetzt werden auch schwere Maschinen.  Baaske: „Das Team zeigt, dass auch ein kleiner Betrieb den Arbeitsschutz in der Praxis sehr gut umsetzen kann. Hier dreht sich nicht nur alles rund ums Pferd, hier stehen auch die Sicherheit und die Gesundheit der Beschäftigten im Mittelpunkt.“

Ein wichtiger Seismograph für die Qualität des Arbeitsschutzes und gesunde Arbeitsbedingungen ist auch der Krankenstand der Beschäftigten. Baaske: „Die ostdeutschen Länder weisen alle einen relativ hohen Krankenstand auf. In Brandenburg gibt es mehr Beschäftigte in krankheitsintensiven Branchen. Aber auch der demografische Wandel kommt langsam zum Tragen. Zudem steht außer Frage, dass die psychischen Belastungen bei der Arbeit in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben. Deswegen werden wir noch stärker Projekte zur Betrieblichen Gesundheitsförderung fördern.“

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