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04.04.2013Sozialminister Günter Baaske: Dorfkümmerer geben Dörfern Leben | 029/2013

Viele ländliche Regionen Brandenburgs verlieren Einwohnerinnen und Einwohner. Mit dem Projekt „Dorfkümmerer“ unterstützt das Brandenburger Sozialministerium mit Hilfe des ESF und des Generali Zukunftsfonds Frauen und Männer, die sich ehrenamtlich dieser Entwicklung entgegenstellen und sich für die Zukunft ihrer Orte einsetzen. Sozialminister Günter Baaske: „Oft schwindet die Kraft, um in den Dörfern Neues entstehen zu lassen und Bewährtes zu erhalten. Diese Orte brauchen Menschen, die sich mit Engagement, Ideenreichtum und Mut für die dörfliche Gemeinschaft einsetzen und andere dazu bewegen, sich zu bewegen.“

Baaske stellte das „Dorfkümmerer“-Konzept heute gemeinsam mit dem Projektleiter Norbert Kunz von iq consult in der Potsdamer Staatskanzlei vor. Es ist ein Weg zur (Wieder)Belebung märkischer Dörfer. Kunz: „Die Beteiligten sind örtlich verwurzelte Aktivposten, die andere begeistern können, mit zu machen, um soziale und unternehmerische Projekte nachhaltig für das Dorf zu gewinnen.“ Für Baaske ist das Konzept auch ein Beispiel für den vorsorgenden Sozialstaat.

Das Projekt mit derzeit acht ehrenamtlichen Frauen und Männern läuft in acht Dörfern mit 280 bis 1.500 Einwohnerinnen und Einwohnern in den Kreisen Uckermark, Barnim und Oberhavel. Dort sollen soziale Herausforderungen (z.B. fehlende Nahversorgung) mit unternehmerischen Mitteln gelöst oder vorhandene Potenziale (z.B. Tourismus) entwickelt werden. Baaske: „Es muss also immer eine Basis vorhanden sein, auf der aufgebaut werden kann. Die Dorfkümmerer sorgen dafür, dass der Schatz entdeckt und gehoben wird.“

Sie haben bisher 15 Projekte angestoßen (u.a. die Revitalisierung ehemaliger Dorfläden, eine deutsch-polnische Kulturinitiative). Einige haben bereits nach kurzer Zeit einen beachtlichen Erfolg. Zwei Beispiele: Das Vorhaben „Lebensenergie für das Dorf“ (mit Dorfwerkstatt, Dorfladen, Dorfküche) in Schönfeld/Ortsteil Klockow (UM) gehört zu den diesjährigen Gewinnern im Programm „Neulandgewinner“ der Robert-Bosch-Stiftung. Der erste Infopunkt zum Weltnaturerbe Buchenwald Grumsin (UM) wird Anfang Mai von Umweltministerin Anita Tack eröffnet.

Er gehört zu den Ideen von Hans-Jürgen Bewer (71), dem „Dorfkümmerer“ und Ortsvorsteher von Altkünkendorf bei Angermünde, der sich dafür stark macht, den Wald für die lokale Entwicklung zu nutzen. Bewer: „Unser Buchenwald steht auf einer Stufe mit dem Grand Canyon in Arizona. Damit muss man etwas machen.“ Dr. Ursula Macht (58) kümmert sich in Flieth-Stegelitz um den Aufbau von regionalen Wertschöpfungsketten zur Versorgung der umliegenden Städte mit lokal erzeugten Lebensmitteln sowie den Ausbau des nachhaltigen Tourismusangebotes „Alte Schule“, das für Reisende auf dem „Eselwanderweg“ noch attraktiver gestaltet werden soll.

„Dorfkümmerer“ sind lebenserfahrene Personen ab 55 Jahre, die sich aktiv auf eine Ausschreibung von iq-consult beworben haben. Sie genießen das Vertrauen der dörflichen Gemeinschaft und der Ortsvorsteher. Sie haben eine 10-tägige Qualifizierung durchlaufen. Dabei wurden neben persönlicher Qualifizierung auch die individuellen Stärken und Schwächen ihres Dorfes und mögliche Problemlösungsstrategien herausgearbeitet. Ihre Arbeit haben die „Dorfkümmerer“ im Juli 2012 aufgenommen.

Das Land stellt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) für das Projekt in 2012/2013 insgesamt rund 100.000 Euro zur Verfügung. Daneben werden die „Dorfkümmerer“ mit monatlich jeweils 400 Euro Aufwandsentschädigung durch den „Generali Zukunftsfonds“ unterstützt. Das Projekt läuft bis Ende 2013. Baaske: „Aufgrund des guten Erfolgs in den Dörfern und darüber hinaus versuchen wir jedoch, das Projekt bis Ende 2014 zu verlängern. Es ist ein vorbildlicher Beitrag zur Zukunftsgestaltung der örtlichen Daseinsvorsorge, von dem auch andere Regionen profitieren können“.

„Dorfkümmerer“ ist eine Säule des breiter angelegten Projektes „entersocial - engagement für die Region“ von iq consult. Dafür sind insgesamt 566.000 Euro aus ESF- und Landesmitteln für den Zeitraum von Juni 2010 bis Dezember 2013 bewilligt. Weitere Projektinhalte:

  • „Changemaker“ identifizieren, darunter die „Dorfkümmerer“
  • Gründungsunterstützung für Unternehmen, die die Sicherung der sozialen Infrastruktur zum Inhalt haben
  • Verbreiterung und Verbreitung der gewonnenen Erkenntnisse zum so- zialen Unternehmertum

Der Ansatz der „Dorfkümmerer“ ist deutschlandweit einzigartig und gilt als soziale Innovation. Ursprünglich kommt die Idee aus Spanien. Es liegen Nachfragen aus anderen Regionen vor, z.B. Sachsen-Anhalt, Hessen und Bayern. Auch Medien und Wissenschaft verfolgen das Projekt mit großer Aufmerksamkeit.

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