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12.06.2013Brandenburg-Stipendium: Akademischer Nachwuchs für Brandenburger Betriebe | 049/2013

Mit einem neuen Förderprogramm will die Landesregierung Nachwuchsfachkräfte mit akademischer Ausbildung für kleine und mittlere Brandenburger Unternehmen gewinnen. Die entsprechende Richtlinie, die seit 1. Juni gültig ist, stellte Arbeitsminister Günter Baaske heute in Potsdam vor. Baaske: „Bereits während des Studiums wollen wir junge Frauen und Männer mit Betrieben zusammenbringen – in der Hoffnung, dass es später feste Bindungen werden. Eines ist sicher: Beide sind Gewinner“.  

Bis zum vorläufigen Ende des Förderprogramms am 31. März 2015 stehen bis zu 1,5 Mio. Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung. Das Programm steht für alle Studienrichtungen und allen Studierenden unabhängig von ihrer Herkunft offen, es ist somit leistungs- und einkommensunabhängig. Es besteht aus zwei Elementen: 

Stipendien: Studierende erhalten es über sechs Monate zur Erstellung ihrer Abschlussarbeit (Bachelor-, Master- bzw. Diplomarbeit), die sich an einem Innovationsprojekt des Betriebesorientiert. Es beträgt mindestens 500 Euro monatlich, wovon vom Land aus ESF-Mitteln 375 Euro kommen. Der Betrieb muss damit mindestens 125 Euro zahlen. (Förderdauer sechs Monate).

Werkstudentinnen und -studenten: Studierende arbeiten 15 bis 20 Wochenstunden im Rahmen eines Innovationsprojekts in einem Betrieb. Dafür erhalten sie – bei 20 Stunden – mindestens 830 Euro monatlich; das entspricht einem Stundenlohn von 10,38 Euro. Davon zahlt das Land aus ESF-Mitteln 75 Prozent (in Abhängigkeit von Stundenzahl mindestens 466,88 bis höchstens 622,50 Euro). (Förderdauer sechs bis 12 Monate). Individuelle Arbeitszeitmodelle sind hierbei möglich. 

Günter Baaske: „Die beiden Fördersäulen Stipendien und Werkstudierende sollen Klebe- und Lockstoff sein – nutzbar für Betriebe, die Studierende frühzeitig an sich binden wollen. Für geringe Eigenmittel können sie potentielle künftige Fachkräfte akquirieren, erhalten bessere Kontaktmöglichkeiten zu den regionalen Hochschulen und verbessern ihr Innovationspotential und ihre Personalentwicklung. Die Studierenden erhalten Kontakt zu Betrieben, können praxisorientiert schon während des Studiums arbeiten, erste Karriereschritte planen und erhalten eine finanzielle Absicherung.“ 

Er betonte: „Auch wenn immer mehr Ostdeutsche in die Heimat zurückkehren, ist es dringend erforderlich, vorhandene akademische Nachwuchsfachkräfte im Land zu halten.“ 

Der Student Philipp Schmadtke aus Brandenburg a. d. H. ist der erste Interessent für die Vergabe von Stipendien zur Erstellung einer Abschlussarbeit. Er wurde über den Career Service der Fachhochschule Brandenburg a. d. H. zu der Firma Veinland GmbH in Neuseddin vermittelt. Der innovative Mittelständler, der Hardware- und Software-Systeme für Schiffe herstellt und vertreibt, verfügt bisher über kein Kunden Management System (CRM). Philipp Schmadtke will im Rahmen seiner Masterarbeit die Einführung eines CRM konzipieren. 

Hintergrund für Baaskes Initiative sind unter anderem erhebliche Besetzungsprobleme bei Fachkräfte-Stellen in Brandenburg (Nichtbesetzungsquote 27% im Jahr 2011) und der Wegzug von Akademikern: Nach der Studie „Fachkraft 2020 - Vergleichsanalyse zur studentischen Lebenssituation“ verliert Brandenburg 72 Prozent seiner Hochschulabsolventen direkt nach dem Abschluss. 

Baaske: „Ob die Zahlen genau stimmen, ist nicht bekannt – aber der Trend ist eindeutig. Wir investieren in das Studium und müssen alles daran setzen, die jungen Menschen – unser Goldstaub - zu halten. Sie können für den regionalen Arbeitsmarkt gewonnen werden, wenn ihre Bedürfnisse an einen Arbeitsplatz in Brandenburg berücksichtigt und erfüllt werden.“ 

Die neue Richtlinie wird damit auch durch eine Forderung der „Gemeinsamen Fachkräftestudie Berlin-Brandenburg“ aus dem Jahr 2010 gestützt. Dort heißt es: „Die frühzeitige Bindung von Studierenden, auch jenen, die nicht in Berlin und Brandenburg aufgewachsen sind, an die Unternehmen in der Region durch die Vergabe von Praktika, Abschlussarbeiten und (Teil-) Stipendien ist erforderlich, um spätere aufwendigere Rekrutierungsmaßnahmen zu vermeiden.“ 

Das neue Förderprogramm reiht sich in mehrere Aktivitäten des Arbeitsministeriums zur Fachkräftesicherung, dazu gehören die Förderung der Beschäftigung von Innovationsassistenten/-assistentinnen und das Fachkräfteportal (www.fachkraefteportal-brandenburg.de).

Infos zum Brandenburg Stipendium auf den Seiten der LASA:

http://www.lasa-brandenburg.de/Brandenburg-Stipendium.1762.0.html

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