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19.12.2013Arbeitsmarktbericht 2012/2013 veröffentlicht: Günter Baaske: Qualität von Arbeit muss besser werden | 132/2013

In Brandenburg stieg die Zahl der Erwerbstätigen im Jahr 2012 auf 1,074 Millionen, davon waren rund 770.600 sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Obwohl mehr Menschen eine Arbeit haben, sind die insgesamt geleisteten Arbeitsstunden jedoch gesunken, was auf einen Anstieg der Teilzeitarbeit zurückzuführen ist. Das geht aus dem Arbeitsmarktbericht 2012/2013 hervor, den das Arbeitsministerium jetzt veröffentlichte. Der Bericht analysiert die Entwicklung von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit in Brandenburg und beschreibt die Arbeitspolitik des Landes.

Arbeitsminister Günter Baaske: „Die Lage auf dem Brandenburger Arbeitsmarkt hat sich in den vergangen zwei Jahren weiter entspannt. Immer mehr Brandenburgerinnen und Brandenburger finden Arbeit. Zur Wahrheit gehört aber, dass die steigende Erwerbstätigkeit auch aus wachsender Teilzeitarbeit und geringfügiger Beschäftigung resultiert. Fast die Hälfte aller Teilzeitbeschäftigten arbeitet in Brandenburg unfreiwillig verkürzt, weil sie keine Vollzeitstelle gefunden haben. Wir wollen keine Jobs um jeden Preis, sondern wir müssen die Qualität von Arbeit wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. Im knallharten Wettbewerb um Fachkräfte muss allen Betrieben bewusst sein, dass Niedriglöhne und prekäre Beschäftigungsverhältnisse wesentliche Gründe für die Abwanderung von jungen Menschen sind. Das hat gravierende Folgen für das Wirtschaftswachstum.“

Die Zahl der Arbeitslosen ging in den letzten zehn Jahren von 252.967 in 2003 auf 136.115 in 2012 zurück. Das ist ein Rückgang von 46 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag 2012 im Jahresdurchschnitt bei 10,2 Prozent, das sind 8,6 Prozentpunkte weniger als 2003 und 0,5 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. 11 Prozent aller Arbeitslosen hatten keinen Schulabschluss, 30 Prozent einen Hauptschulabschluss, 42 Prozent die mittlere Reife und knapp zehn Prozent ein Abitur bzw. Fachabitur.

Baaske: „Bildung ist der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Das müssen wir unseren Schülerinnen und Schülern noch früher deutlich machen. Je niedriger der Schulabschluss ist, desto schlechter sind die Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Bei der Berufsorientierung gibt es zahlreiche Angebote vom Land, von den Kammern und von den Arbeitsagenturen.“

Im Ausbildungsjahr 2011/2012 haben sich in Brandenburg 14.702 Jugendliche um einen Ausbildungsplatz beworben, 13.823 haben eine Ausbildung begonnen. 2012 wurden 62 Prozent aller Ausbildungsabsolventen von ihren Ausbildungsbetrieben übernommen. 2003 lag die Übernahmequote noch bei 34 Prozent.

In Brandenburg ist nur jeder vierte Betrieb tarifgebunden, in Westdeutschland ist es jeder dritte. Nur die Hälfte aller märkischen Beschäftigten wird nach Tarif bezahlt. Und das Vorhandensein eines Tarifvertrages bedeutet nicht immer eine Entlohnung über Niedriglohnniveau: In Brandenburg gibt es in 42 Branchen tarifliche Entgelte unter 8,50 Euro je Stunde, in 32 Branchen Löhne unter 7,50 Euro, in 26 Branchen unter 7,00 Euro und in 10 Branchen sogar unter 6,00 Euro. Rund 68.000 Brandenburgerinnen und Brandenburger können von ihren Löhnen und Einkommen allein nicht leben und müssen aufstockende Sozialleistungen beziehen.

Baaske: „Tariffreiheit ist ein hohes Gut. Aber zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung muss man ernüchtert feststellen, dass in Ostdeutschland die Tarifbindung auf einem sehr niedrigen Niveau ist und viele Ostdeutsche von ihren Löhnen mehr schlecht als recht leben können. Deswegen ist die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro so wichtig für die Menschen in Ostdeutschland. Wer jeden Tag hart arbeiten geht, der muss von seinem Lohn auch leben können.“

Mit dem Arbeitspolitischen Programm Brandenburgs „In Menschen investieren – Regionen stärken“ reagiert das Land auf die sich verändernden Herausforderungen am Arbeitsmarkt. Baaske: „Die Bekämpfung der Jugend- und der Langzeitarbeitslosigkeit sowie die Fachkräftesicherung sind die Schwerpunkte unserer Arbeitspolitik.“ Allein im Jahr 2012 wurden dafür rund 80 Millionen Euro investiert, davon 65 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF). Über 79.000 Menschen profitierten davon und nahmen an Fördermaßnahmen teil, darunter rund 45.000 junge Leute in Maßnahmen der Studien- und Berufsorientierung. Rund 8.400 Betroffene haben an Maßnahmen gegen Langzeitarbeitslosigkeit teilgenommen, davon waren über die Hälfte weiblich. Von Langzeitarbeitslosigkeit sind insbesondere ältere Frauen betroffen. Frauen ab 50 Jahre sind im Durchschnitt 64 Wochen, Männer 47 Wochen arbeitslos.

Der Arbeitsmarktbericht 2012/2013 wurde aus ESF-Mitteln gefördert und steht als Download im Internet unter www.masf.brandenburg.de zur Verfügung.

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