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02.07.2015Neues Modellprojekt „Fachstellen Altern und Pflege im Quartier“ / Golze: Rolle der Kommunen in der Pflege
stärken | 099/2015

Eine Seniorin unterhält sich mit einer jungen Frau, © Peter Maszlen - Fotolia.com Neues Fenster: Bild - Pflege - vergrößern © Peter Maszlen - Fotolia.com

Das Sozialministerium bereitet die erste große Maßnahme im Rahmen der Brandenburger Pflegeoffensive vor: Für das neue Modellprojekt „Fachstellen Altern und Pflege im Quartier“ können Träger bis zum 27. Juli 2015 ihre Konzepte einreichen. Ziel ist die Weiterentwicklung pflegerischer Versorgungsstrukturen und der Ausbau von niedrigschwelligen Angeboten in den Kommunen. Das Modellprojekt soll am 1. Oktober 2015 starten. Dafür stehen bis Ende 2016 bis zu 655.000 Euro zur Verfügung. Ziel ist die langfristige Etablierung der Fachstellen im Land Brandenburg.

Sozialministerin Diana Golze sagte heute in Potsdam: „Die Pflege der Zukunft ist eine Pflege im Quartier. Hier sind vor allem die Kommunen gefragt, die in der Pflegepolitik künftig eine stärkere Rolle übernehmen sollen. Die meisten Menschen wollen in den Orten alt und gepflegt werden, in denen sie den Großteil ihres Lebens verbracht haben. Also müssen auch hier Voraussetzungen geschaffen werden, damit pflegebedürftige Menschen so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können. Die neuen Fachstellen werden sowohl Landkreise und kreisfreie Städte als auch kreisangehörige Gemeinden bei der Planung und Gestaltung lokaler Pflegestrukturen und altengerechter Lebensräume noch besser unterstützen.“

Die „Fachstellen Altern und Pflege im Quartier“ sollen zugleich die Aufgaben einer landesweiten Koordinierung für den Auf- und Ausbau niedrigschwelliger Betreuungs- und Entlastungsangebote übernehmen. Sie werden lokale Akteure in der Pflegepolitik zu allen Fragen rund um das Thema „Altern und Pflege im Quartier“ beraten und zur Entwicklung neuer Wohnformen für Ältere und Pflegebedürftige im Land Brandenburg beitragen. Nicht nur Kommunen, sondern auch andere Akteure wie z.B. Vereine, Verbände und Unternehmen sollen bei der alternsgerechten Quartiersentwicklung eingebunden und unterstützt werden.

Die rot-rote Landesregierung will mit einer Pflegeoffensive einen Beitrag zur Sicherung der Pflegeversorgung leisten. Dabei soll die ambulante Pflege weiterhin Vorrang haben. In Brandenburg werden rund 77 Prozent aller Pflegebedürftigen ambulant zu Hause von Angehörigen oder Pflegediensten betreut. Das ist ein Spitzenwert in Deutschland.

Die Fachstellen „Altern und Pflege im Quartier“ bauen auf den Ergebnissen der ersten „Brandenburger Fachkräftestudie Pflege“ auf, die das Sozialministerium im vergangenen Jahr veröffentlicht hatte. Die Studie zeigt, dass ein wichtiges Handlungsfeld vor allem die Verzögerung und Vermeidung von Pflegebedürftigkeit ist. Hier bestehen noch erhebliche ungenutzte Potentiale. Zu den relevantesten Risikofaktoren für das Entstehen und Fortschreiten von Pflegebedürftigkeit gehören Einsamkeit sowie körperliche und geistige Inaktivität.

Golze betonte: „Unsere Gesellschaft muss noch viel stärker auf das aktive Altern ausgerichtet werden. Wer länger fit und vital bleibt, bei dem sinkt deutlich das Risiko, pflegebedürftig zu werden. Die Selbständigkeit und Teilhabe am sozialen Leben kann vor Ort am besten gefördert werden. Dafür sind eine alternsgerechte Infrastruktur und niedrigschwellige Angebote erforderlich.“

Der Handlungsdruck in der Pflege ist in Brandenburg besonders groß. Durch die zunehmende ältere Bevölkerung – die Zahl der über 80 Jährigen steigt zwischen 2012 und 2030 von etwa 120.000 auf fast 250.000 – wird es mehr Pflegebedürftige geben. Bis zum Jahr 2030 ist mit einer Zunahme um 70 Prozent auf über 162.000 Pflegebedürftige zu rechnen.

Der Aufruf zur Einreichung von Konzepten mit allen Informationen zum Modellprojekt „Fachstellen Altern und Pflege im Quartier“ ist auf der Internetseite www.masgf.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.185547.de veröffentlicht.

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