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11.09.2015Konferenz der Landesfrauenräte in Potsdam /
Frauenministerin Diana Golze: Gleichstellung in vielen Lebensbereichen noch nicht Realität | 137/2015

Die Konferenz der Landesfrauenräte findet an diesem Wochenende (11. bis 13. September) in Potsdam statt. Die Fachtagung wird sich mit dem Thema „Europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene“ auseinandersetzen. Brandenburgs Frauenministerin Diana Golze und die Landesgleichstellungsbeauftragte Monika von der Lippe werden die Teilnehmerinnen heute Abend bei einem Empfang in Potsdam begrüßen und an der morgigen Fachtagung teilnehmen. Die Konferenz richtet in diesem Jahr der Frauenpolitische Rat Land Brandenburg e.V. aus. Es werden rund 40 Delegierte aus den 16 Frauenräten der Bundesländer erwartet.

Frauenministerin Diana Golze: „Ich freue mich, dass die Frauenräte der Länder zum ersten Mal in Brandenburg zu Gast sind und hier auf ihrer jährlichen Konferenz die Umsetzung der Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern diskutieren. Frauenräte leisten eine unverzichtbare Arbeit. Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist ein wichtiges Ziel über alle Politikfelder hinweg. Trotz zahlreicher Fortschritte ist sie in vielen Lebensbereichen noch immer nicht Realität geworden. So bestehen nach wie vor wirtschaftliche Ungleichheiten etwa bei den Löhnen und Gehältern. Und obwohl Frauen hervorragend qualifiziert sind, wird ihnen in Deutschland der Zugang zu Führungspositionen in der Politik und in der Wirtschaft oft erschwert. Auch sind Frauen und Männer immer noch sehr stark im klassischen Rollenschema verhaftet. So sind es meistens Frauen, die Familie und Beruf unter einen Hut bekommen müssen. Zudem werden ‚typische‘ Frauenberufe oft schlechter bezahlt. Medizinische Fachangestellte, Altenpflegerinnen und Hebammen leisten viel und arbeiten hart, verdienen im Vergleich zu typischen Männerberufen wie Kraftfahrer oder Bauarbeiter aber weniger.“

Landesgleichstellungsbeauftragte Monika von der Lippe: „Brandenburgerinnen verdienen bei gleicher Arbeit im Schnitt acht Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Dass es im Bundesschnitt sogar 22 Prozent weniger sind, ist für mich kein Trost. Mit dieser Ungleichheit dürfen wir uns nicht abfinden. Hier sind vor allem Arbeitgeber gefordert, endlich für eine gerechte Bezahlung entsprechend der Leistung und nicht nach Geschlecht zu sorgen. Und von allen Teilzeitbeschäftigten im Land Brandenburg sind fast 80 Prozent Frauen. Nur etwa jeder zehnte sozialversicherungspflichtig beschäftige Mann arbeitet in Teilzeit, bei den Frauen sind es über 43 Prozent. Das alles wirkt sich später negativ auf die Altersrente von Frauen aus. Die Europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern zeigt wichtige Handlungsfelder für die Gleichstellungspolitik auf lokaler Ebene auf. Es ist wichtig, dass sich auch die Kommunen noch stärker für die Gleichstellung von Frauen und Männern einsetzen und die Ziele der Charta umsetzen. Frauen müssen ermutigt werden, sich in den politischen Prozess einzubringen. Ich möchte in diesem Zusammenhang auch die wertvolle und mitunter schwierige Arbeit der Kommunalen Gleichstellungsbeauftragten hervorheben. Sie dürfen mit dieser Aufgabe jedoch nicht alleingelassen werden. Vielmehr ist es die Aufgabe aller kommunalen Akteure, die Gleichstellung der Geschlechter zu verwirklichen.“

Die Europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern, die im Rahmen eines Projekts der Europäischen Kommission von 2005 bis 2006 erarbeitet wurde, ruft alle Städte und Gemeinden in Europa dazu auf, sich formell und öffentlich zum Grundsatz der Gleichstellung von Frauen und Männern zu bekennen und die in der Charta niedergelegten Grundsätze innerhalb ihres Gemeindegebiets zu verwirklichen. In Deutschland haben bis heute 40 Kommunen diese Charta unterzeichnet, aber noch keine aus Brandenburg.

Die Konferenz der Landesfrauenräte (KLFR) wurde 1997 gegründet und ist der Zusammenschluss aller Landesfrauenräte in Deutschland. Die jährlich stattfindende Konferenz hat ihren Sitz bei dem jeweiligen Landesfrauenrat, der den Vorsitz innehat. Der Vorsitz wird in alphabetischer Reihenfolge der Bundesländer weitergegeben. Der Frauenpolitische Rat Land Brandenburg hat seit September 2014 den Vorsitz und die Geschäftsführung der KLFR. Das brandenburgische Frauenministerium unterstützt die diesjährige KLFR mit rund 9.900 Euro aus Lottomitteln.

Veranstaltungsort der Konferenz der Landesfrauenräte ist das Seminaris-SeeHotel Potsdam. Weitere Informationen sowie das Programm gibt es im Internet unter http://frauenpolitischer-rat.de/project/konferenz-landesfrauenraete/.

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