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Förderung von Frauen und Kindern mit Flüchtlingsstatus

Bei den Stellen, die im Land Brandenburg Unterkünfte für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder zur Verfügung stellen, gehen immer mehr Anfragen von Flüchtlingsfrauen ein. Das erhöht die Anforderungen an die Anti-Gewalt-Strukturen des Landes. Die Betreiberinnen von Frauenhäusern, Zufluchtswohnungen und spezialisierten Beratungsangeboten machen erst zunehmend mehr Erfahrungen mit der Betreuung und Beratung von Flüchtlingsfrauen und ihren Kindern.

Koordinierungsstelle „Gewaltschutz für geflüchtete Frauen in Brandenburg“

Mit dem Zuzug weiblicher Flüchtlinge nach Brandenburg sind auch der Bedarf und die Anforderungen an den Gewaltschutz gestiegen. Die Anfragen an die brandenburgischen Frauenhäuser durch gewaltbetroffene Frauen und Kinder mit Flüchtlingsstatus stellen diese angesichts der Komplexität der Materie, der zunehmenden Häufigkeit der Anfragen sowie kaum vorhandener Vorerfahrungen und Expertise vor enorme Herausforderungen.

Damit geflüchtete Frauen und ihre Kinder in Flüchtlingsunterkünften vor Gewalt besser geschützt werden können, hat die Landesregierung zum 1. Juli 2016 die Koordinierungsstelle für „Zufluchts- und Beratungsangebote für von Gewalt betroffene Frauen und Kinder, insbesondere auch von Frauen und Kindern mit Flüchtlingsstatus“ initiiert. Für die Errichtung dieser Koordinierungsstelle standen in 2016 bis zu 37.500 Euro zur Verfügung.

Durch Einrichtung einer gemeinsamen Koordinierungsstelle für alle Zufluchts- und Beratungsangebote (Frauenhäuser, Zufluchtswohnungen, ambulante Beratungsangebote) für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder Land Brandenburg könnten Frauenhäuser und weitere Einrichtungen des Hilfesystems nicht nur besser vernetzt, sondern vor allem besser als bisher in die Lage versetzt werden, die Möglichkeiten vorhandener Hilfeangebote für die von Gewalt betroffenen Frauen und ihren Kindern – insbesondere auch von Frauen und Kindern mit Flüchtlingsstatus – effizient zu nutzen und sich fachlich weiterzuentwickeln.

Am 1. März 2017 hat die landesweite Koordinierungsstelle „Gewaltschutz für geflüchtete Frauen in Brandenburg“ am ihre Arbeit mit neuen Tätigkeitsschwerpunkten aufgenommen. Damit wurde die bisherige Koordinierungsstelle weiterentwickelt.

Die neuen Schwerpunkte ergeben sich aus der veränderten Situation: neben der Vernetzung der verschiedenen Akteure und der Beratung zur Umsetzung von Gewaltschutzkonzepten geht es vor allem um das Empowerment der geflüchteten Frauen und die Beratung zur Einführung eines funktionierenden Beschwerdemanagements.

Für die landesweite Koordinierungsstelle „Gewaltschutz für geflüchtete Frauen“ steht im Landeshaushalt für die Jahre 2017 und 2018 jeweils ein Förderbetrag in Höhe von 50.000 Euro zur Verfügung.

Gewaltschutz und Empowerment für LSBTTIQ*-Geflüchtete

Unterstützung für lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle und intersexuelle Menschen (LSBTTIQ*): Das Projekt „Queer Haven“ ist ebenso Beratungsstelle für LSBTTIQ*-Geflüchtete, wie Fachberatung für die mit den geflüchteten Menschen Arbeitenden. Es ist zugleich Empowermentprojekt für LSBTTIQ*-Geflüchtete und hat das Ziel, eine Plattform zum Austausch und zur Selbsthilfe von und für LSBTIQ-Geflüchtete zu schaffen. Zudem fungiert „Queer Haven“ als Netzwerk- und Beratungsstelle für Unterkünfte in Brandenburg und nimmt damit die Aufgabe einer Koordinierungsstelle für Unterkünfte und Gewaltschutz für LSBTTIQ*-Geflüchtete wahr.

Das Projekt wurde im Jahr 2017 mit 59.900 Euro gefördert. Für das Jahr 2018 stehen 46.000 Euro zur Verfügung.

Schwangerschaft, Verhütung und Sexualität

In Multiplikatorinnen- und Multiplikatoren-Schulungen für Fachkräfte, Ehrenamtliche und für Menschen mit Fluchterfahrung zu den Themenbereichen Schwangerschaft, Verhütung und Sexualität werden entsprechende Informationen über sexualethische Konzepte in den Herkunftsländern sowie die Abgrenzung zu deutschen Sexualnormen, zur medizinischen und psychosozialen Versorgung von geflüchteten Frauen und ihren sozialrechtlichen Ansprüchen vermittelt. Das Projekt wurde im Jahr 2017 mit 13.000 Euro gefördert. Im laufenden Haushalt 2018 stehen hierfür 12.000 Euro zur Verfügung.

Schwangerschaftsberatungsstellen und Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen

In Folge der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes vom 25. Juni 2015 über die Förderung der Schwangerschaftsberatungsstellen der Caritas in Brandenburg[38] erhöht das Land die Förderung der katholischen Träger in 2016 um 234.700 Euro. Damit stehen in 2016 insgesamt 4.079.900 Euro im Einzelplan des MASGF zur Förderung von Schwangerschaftsberatungsstellen und Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen zur Verfügung. Von diesem Angebot profitieren auch Flüchtlingsfrauen.

Gleichstellungspolitisches Regionalgespräch „Lebenswege von geflüchteten Frauen“

Zu dem Thema „Lebenswege von geflüchteten Frauen“ hat das MASGF, die Stadt Cottbus und das Frauenzentrum Cottbus im Oktober 2017 ein gleichstellungspolitisches Regionalgespräch veranstaltet. Dabei wurde die besondere Situation von geflüchteten Frauen thematisiert.[39]

Stand: April 2018



[38] Siehe Pressemitteilung des Bundesverwaltungsgerichtes vom 25.06.2015: „Öffentliche Förderung für Schwangerenberatungsstellen der Caritas in Brandenburg (http://www.bverwg.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung.php?jahr=2015&nr=54)

[39] Siehe MASGF-Pressemitteilung vom 19.10.2017. „Gleichstellungspolitisches Regionalgespräch in Cottbus: „Lebenswege von geflüchteten Frauen“ (http://www.masgf.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.537583.de).