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13.07.2016Pflegeoffensive Brandenburg: Sozialministerin Golze stellt ersten Zwischenbericht vor | 110/2016

Die „Pflegeoffensive für eine verantwortungsvolle pflegerische Versorgung im Land Brandenburg auch in der Zukunft“ ist erfolgreich gestartet. Sozialministerin Diana Golze stellte heute im Landtag den ersten Zwischenbericht vor: „Die langfristige Sicherung der pflegerischen Versorgung ist eine der größten Herausforderungen, vor der wir gegenwärtig stehen. Das Land Brandenburg hat früh damit begonnen, sich auf die deutlich steigende Zahl pflegebedürftiger Menschen vorzubereiten. Unser Ziel ist es, das alle Brandenburgerinnen und Brandenburger auch im hohen Alter so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung leben können. Dafür gestalten wir gemeinsam mit den Akteuren vor Ort die notwendigen Strukturen.“

Die Pflegeoffensive Brandenburg wurde im Herbst 2015 von Sozialministerin Golze gestartet. Grundlage ist die ein Jahr zuvor veröffentlichte „Brandenburger Fachkräftestudie Pflege“, die konkrete Handlungsfelder benennt. Zu den zentralen Maßnahmen der Pflegeoffensive gehören die gestarteten Modellprojekte „Fachstelle Altern und Pflege im Quartier“ und „Innovative Personaleinsatz- und Personalentwicklungskonzepte“, das „Kompetenzzentrum Demenz für das Land Brandenburg“ sowie die Erarbeitung von Pflegedossiers für alle Landkreise und kreisfreien Städte. In 2016 stehen insgesamt 1 Million Euro zur Verfügung.

Golze betonte: „Pflegebedürftigkeit ist längst nicht immer ein unvermeidliches Schicksal. Es bestehen hohe Potenziale zur Prävention. Pflegebedürftigkeit kann vermieden, verzögert oder wenigstens vermindert werden. Menschen, die aktiv und sozial gut eingebunden sind, auf soziale Netzwerke zurückgreifen können und vor Ort die passenden Unterstützungen erhalten, haben ein verringertes Risiko, pflegebedürftig zu werden. Voraussetzung für die Pflege der Zukunft sind deshalb vor allem präventive, rehabilitative Angebote und eine gemeinsame Strukturentwicklung vor Ort. Die pflegepolitischen Herausforderungen kann kein Akteur – auch nicht das Land – allein bewältigen. Die Pflegeoffensive ist aber ein wichtiger Impuls. Damit wollen wir insbesondere die Kommunen und andere örtliche Akteure der Pflege unterstützen, die notwendigen Angebote und Strukturen zu schaffen. Das ist ein langfristiger Prozess.“

In Brandenburg leben rund 103.000 pflegebedürftige Menschen. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung beträgt 4,2 Prozent und liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 3,3 Prozent. Würden sich die Bedingungen nicht ändern, würde der Anteil der pflegebedürftigen Menschen an der Bevölkerung bis zum Jahr 2040 auf 8 Prozent ansteigen. Dann würden fast 174.000 Brandenburgerinnen und Brandenburger pflegebedürftig sein.

Aktuell erarbeitet das Sozialministerium im Rahmen der Pflegeoffensive für jeden Landkreis und jede kreisfreie Stadt eine zusammenfassende Darstellung mit regionalen Daten und Fakten sowie Projektionen der zukünftigen Entwicklungen in der Pflege. Diese Pflegedossiers sollen den kommunalen Verantwortlichen helfen, im Bereich der Pflege notwendige Entscheidungen zu treffen.

Golze betonte: „Wir alle wissen, dass unsere Gesellschaft immer älter wird. Die Kommunen in Brandenburg sind äußerst aufgeschlossen für die Gestaltung der zukünftigen Pflege. Das erfahren wir auch auf unserer pflegepolitischen Tour, die meine Staatssekretärin und mich in diesem Jahr durch alle Landkreise und kreisfreien Städte führt. Es gibt bereits landesweit viele gute Initiativen vor Ort.“

Das Modellprojekt „Fachstelle Altern und Pflege im Quartier im Land Brandenburg“ ist die größte Maßnahme im Rahmen der Brandenburger Pflegeoffensive. Es startete am 1. Oktober 2015 und wird in Zusammenarbeit von Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V., der Alzheimer-Gesellschaft Brandenburg e.V. Selbsthilfe Demenz und dem Berliner Institut für Gerontologische Forschung e.V. umgesetzt. Finanziert wird es aus Mitteln des Landes und der Pflegeversicherung.

Die „Fachstelle Altern und Pflege im Quartier“ soll dazu beitragen, die Landkreise und kreisfreie Städte, Initiativen und Akteure vor Ort bei der Entwicklung und Realisierung einer regionalspezifischen Infrastruktur für ein selbstbestimmtes und teilhabeorientiertes Leben im Alter zu unterstützen. Die Handlungsfelder sind „Wohnen im Alter“, „Neue Wohnformen“, „Alltagsunterstützende Angebote“, „Kommunale Altenhilfe- und Pflegeplanung“ sowie „Alternsgerechte Quartiersentwicklung“. Die Fachstelle bietet unter anderem Beratung und Bestandsanalysen, informiert über Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten und fördert den Erfahrungsaustausch zu guten Praxis-Beispielen. Ziel ist die langfristige Etablierung der Fachstellen im Land Brandenburg.

Die rot-rote Landesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag als Ziel vereinbart, mit einer Pflegeoffensive die Pflegeversorgung in Brandenburg zu sichern. Dabei sollen unter anderem Anlauf- und Beratungsstellen in den Kommunen weiter unterstützt werden, um so eine „Pflege im Quartier“ zu ermöglichen. Am 17. Dezember 2014 hat der Landtag Brandenburg auf Antrag der rot-roten Regierungsfraktionen den Beschluss „Pflegeoffensive für eine verantwortungsvolle pflegerische Versorgung im Land Brandenburg auch in Zukunft“ gefasst.

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