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06.10.2016ESF-Jahrestagung / Arbeitsministerin Golze: Langzeitarbeitslosigkeit noch entschlossener bekämpfen | 154/2016

In Brandenburg gibt es 43.700 Menschen, die ein Jahr und länger arbeitslos gemeldet sind. Das sind knapp 44 Prozent aller Erwerbslosen. Im Ländervergleich ist Brandenburgs Anteil an Langzeitarbeitslosen damit besonders hoch. Mit der Frage, wie die Langzeitarbeitslosigkeit weiter reduziert werden kann, befasste sich die diesjährige Jahrestagung zum Europäischen Sozialfonds (ESF), die heute in Potsdam stattfand. Arbeitsministerin Diana Golze sagte zur Eröffnung: „Die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit ist eines der zentralen Ziele unserer Arbeitsmarktpolitik. Dank der ESF-Mittel können wir verschiedene Maßnahmen durchführen, um den Betroffenen die nötige Unterstützung zu geben. In den vergangenen zwölf Jahren ist die Anzahl der Langzeitarbeitslosen in Brandenburg um 60 Prozent zurückgegangen. Dieser Erfolg darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass immer noch viel zu viele Frauen und Männer zu lange ohne Arbeit sind.“

Das Motto der diesjährigen Fachtagung des Arbeitsministeriums lautete „Langzeitarbeitslosigkeit erfolgreich bekämpfen: Mit dem Europäischen Sozialfonds die richtigen Strategien fördern“. Über 200 Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Politik, Gewerkschaften, Sozialverbänden und Kommunen diskutierten über den Einsatz von ESF-Mitteln für arbeitspolitische Maßnahmen in Brandenburg.

Gemeinsam mit Adam Pokorny, Vertreter der Europäischen Kommission, ließ sich Arbeitsministerin Golze bei einem Rundgang auf dem „Marktplatz“ am Rande der Tagung verschiedene ESF-Projekte aus Brandenburg vorstellen.

Golze sagte: „Brandenburg ist in den vergangenen Jahren bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sehr gut vorangekommen. Wir haben viel erreicht. Aber wir müssen noch besser werden. Nach wie vor haben wir einen hohen und zum Teil verfestigten Anteil von Langzeitarbeitslosen. Fast 60 Prozent von ihnen sind bereits zwei Jahre und länger ohne Arbeit. Trotz Teilnahme an unterschiedlichen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen schaffen sie es nicht oder nur äußerst schwer, in ein Beschäftigungsverhältnis auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu gelangen. Deswegen haben wir die Unterstützung dieser Menschen noch intensiver und individueller ausgerichtet. Mit den Integrationsbegleiterinnen und Integrationsbegleitern können wir seit einem Jahr noch viel direkter und näher diesen Menschen helfen. Das ist aber ein langfristiger Prozess.“

Das Förderprogramm „Integrationsbegleitung für Langzeitarbeitslose und Familienbedarfsgemeinschaften“ des Arbeitsministeriums startete im August 2015. Bis zum Jahr 2020 stehen dafür über 40 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds zur Verfügung. Es ist damit aktuell die größte Fördermaßnahme des Arbeitsministeriums. Die Maßnahmen werden landesweit in 35 Projekten vor Ort von Bildungsträgern oder Jobcentern umgesetzt. Bis Mitte 2016 haben bereits fast 2.000 Teilnehmende von dem Programm profitiert. Geplant sind, dass insgesamt bis zu 8.000 Menschen teilnehmen.

Golze erklärte: „Im Mittelpunkt des Programms steht ein ganzheitlicher Beratungs- und Integrationsansatz, der auch die familiäre Situation berücksichtigt und die Familie als Ganzes im Blick hat. Die ersten Ergebnisse sind sehr positiv. Besonders wichtig ist mir, dass schon über 500 Alleinerziehende unterstützt werden konnten. Langzeitarbeitslose Alleinerziehende sind am Arbeitsmarkt besonders benachteiligt.“ In Brandenburg sind derzeit rund 10.000 Alleinerziehende erwerbslos gemeldet.

Arbeitsmarktferne Langzeitarbeitslose werden mithilfe von Integrationsbegleiterinnen und Integrationsbegleitern, die nicht mehr als 20 Teilnehmende gleichzeitig betreuen sollen, sowie individuell passenden Unterstützungsangeboten Schritt für Schritt wieder an Erwerbsarbeit herangeführt. Dabei wird insbesondere auch auf die Situation der Kinder in den betreffenden Familien geachtet. Die individuelle Förderung kann bis zu zwei Jahre dauern.

Mit individuellen Strategien und Lösungen zur Bewältigung vielfältiger Problemlagen soll die Beschäftigungsfähigkeit der Teilnehmenden erhöht, ihre nachhaltige Integration in Arbeit erreicht sowie ihre soziale Situation verbessert werden. Ein weiteres Ziel der Projekte ist es, das Zusammenleben in den teilnehmenden Familien zu stärken und zu festigen. Das Programm bietet unter anderem die Teilnahme an passgenauen Unterstützungsmodulen, Vermittlung von betrieblichen Praktikumsplätzen, Unterstützung bei der Kinderbetreuung sowie Aktivitäten und Beratung zur Stärkung des familiären Zusammenlebens.

In der aktuellen EU-Förderperiode 2014 bis 2020 erhält Brandenburg rund 362 Millionen Euro aus dem ESF, die durch Landesmittel bzw. Drittmittel aufgestockt werden. Die ESF-Mittel werden für arbeitspolitische Maßnahmen vor allem in den Bereichen Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit, Verbesserung der Ausbildungsfähigkeit, Aus- und Weiterbildung, Fachkräftesicherung, Existenzgründung sowie Vereinbarkeit von Beruf und Familie verwendet. Weitere Informationen zum ESF gibt es im Internet unter www.esf.brandenburg.de.

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