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16.11.2016„Starke Familien - Starke Kinder“ – Runder Tisch gegen Kinderarmut / Sozialministerin Golze: Von Armut betroffene Kinder brauchen unsere Unterstützung | 180/2016

„Das Thema Kinderarmut braucht öffentliche Aufmerksamkeit und gemeinsames Engagement aller gesellschaftlichen Akteure.“ Das sagte Sozialministerin Diana Golze heute in Frankfurt (Oder) auf der Jahresveranstaltung der Initiative „Starke Familien - Starke Kinder“, Runder Tisch gegen Kinderarmut. Auf dieser Tagung wurden die Aktivitäten des Jahres 2016 mit dem thematischen Schwerpunkt „Materielle Armut“ diskutiert. Gleichzeitig wurden Strategien für das kommende Themenjahr 2017 „Soziale Lage und Bildung“ entwickelt. Diana Golze: „Es ist motivierend festzustellen, wie viele gute Projekte es gegen Kinderarmut in allen Regionen im Land Brandenburg gibt. Daran werden wir auch im kommenden Jahr anknüpfen.“

Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind 22 % der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren in Brandenburg armutsgefährdet. Das ist mehr als jedes fünfte Kind. Über 61.000 Kinder im Land lebten im Jahr 2015 in Haushalten, die Grundsicherungsleistungen erhielten, viele davon in Familien mit einem Elternteil.

Diana Golze: „Das Armutsrisiko von Familien Alleinerziehender ist bis zu viermal höher als das der Paarfamilien. Das wirkt sich auch auf ihre Kinder aus. Zum einen wirkt Kinderarmut ausgrenzend im Alltag – zum anderen ist es bis heute so, dass der soziale Status der Eltern Auswirkungen auf ihre Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten hat. Mädchen und Jungen, die von Armut betroffen sind, brauchen unsere starken Stimmen und unsere Unterstützung.“

Der von Sozialministerin Diana Golze initiierte Runde Tisch gegen Kinderarmut ist als langfristiger Dialog und Impulsgeber eine offene Plattform für Vereine, Unternehmen, Kammern, Verbände und Stiftungen im Land, die sich für die Prävention und Bekämpfung von Kinderarmut einsetzen wollen.

Andreas Kaczynski, 1. Sprecher der Landesarmutskonferenz: „Menschen können aus ganz unterschiedlichen Gründen – Arbeitslosigkeit, gesundheitliche Probleme oder auch Überschuldung -  in eine prekäre Lebenslage geraten. An vielen von ihnen gehen die guten Entwicklungen am Arbeitsmarkt und im Lohnbereich spurlos vorbei. In einem reichen Land, wo die Steuereinnahmen sprudeln, drehen sie täglich jeden Cent um, um über die Runden zu kommen. Die wachsende Inanspruchnahme von Tafeln durch Kinder, Familien aber auch immer mehr ältere Menschen macht deutlich, dass dies immer weniger gelingt und dass es Jede und Jeden treffen kann. Darunter leiden besonders Kinder, denen Lebenschancen verwehrt sind. So wird die gesellschaftliche Kluft zwischen denen, die Erfolg haben und denen, die fast nichts haben, immer größer. Eine Entwicklung, die unsere offene und demokratische Gesellschaft, die auf Solidarität und Gerechtigkeit fußt, ernsthaft gefährdet, wie wir seit einiger Zeit erleben. Der Kampf um Teilhabe und Chancengerechtigkeit ist deshalb eine enorm wichtige, gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“

Dabei ist es das Ziel, den Lebensalltag aller Kinder in den verschiedenen Regionen des Landes in den Blick zu nehmen.  In diesem Jahr fanden im Rahmen des Runden Tisches gegen Kinderarmut drei regionale Workshops in Kyritz, Schwedt und Beelitz statt. Gastgeberin in Kyritz war Bürgermeisterin Nora Görke: „Aus der Veranstaltung "Runder Tisch gegen Kinderarmut" heraus konnten viele Dinge diskutiert und viele Maßnahmen abgestimmt werden, die zum Ziel haben, Kinderarmut, mit all den herausgearbeiteten Facetten, zu bekämpfen. Die Stadt Kyritz will dazu aktiv ihren Beitrag leisten.“

Durch den Runden Tisch gegen Kinderarmut sollen die Erfahrungen und Erkenntnisse der Akteure und aller Mitwirkenden aufgenommen, gute Praxis veranschaulicht und im Dialog mit möglichst vielen Beteiligten Maßnahmen gegen Armut und soziale Ausgrenzung von Kindern und Jugendlichen entwickelt werden.

Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer Deutsches Kinderhilfswerk e.V.: „Bei der Bekämpfung von Kinderarmut dürfen wir die Perspektive von Kindern und Jugendlichen selbst nicht vernachlässigen. Egal ob sie unmittelbar betroffen sind, so erleben sie doch die Auswirkungen der Armut im Alltag hautnah und sind daher ein wichtiger Ratgeber wenn es darum geht, wirksame Angebote für arme Kinder und Jugendliche zu entwickeln.“

www.starke-familien-starke-kinder.de/

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