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Internationaler Tag gegen Genitalverstümmelung am 6. Februar / Landesgleichstellungsbeauftragte von der Lippe: Fortbildung als Mittel im Kampf gegen Genitalverstümmelung

001/2017 vom 05.02.2017

Aus Anlass des Internationalen Tages gegen Genitalverstümmelung betont die Gleichstellungsbeauftragte des Landes Brandenburg, Monika von der Lippe: „Genitalverstümmelung ist eine schwere Straftat und Menschenrechtsverletzung. Sie hat gravierende körperliche und psychische Folgen für die Betroffenen. Damit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im medizinischen Bereich bestmögliche Hilfe geben können, müssen sie gut vorbereitet werden. Hier setzt das Brandenburger Fortbildungsprojekt für medizinisches Personal und Mitarbeitende in der Sozialarbeit zum Thema weibliche Genitalverstümmelung an. Es klärt auf über weibliche Genitalverstümmelung, mögliche Beschwerden, erforderliche Behandlungen sowie psychologische und kultursensible Betreuungsmaßnahmen. Betreut wird das Projekt von FaZIT, dem  Fachberatungsdienst Zuwanderung, Integration und Toleranz in Potsdam.“

Weltweit sind laut UNICEF 200 Millionen Mädchen und Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Wie viele Frauen und Mädchen auch in Deutschland tatsächlich Opfer von Genitalverstümmelung geworden sind oder werden, ist nicht bekannt. Nichtregierungsorganisationen gehen von fast 50.000 Frauen und Mädchen aus. Um hier Klarheit zu erhalten, unterstützt die Bundesregierung ein Forschungsprojekt, das erstmals wissenschaftlich die Zahl betroffener und bedrohter Mädchen und Frauen in Deutschland erhebt.

Monika von der Lippe: „Ich begrüße sehr, dass wir dank der Studie erstmals fundierte Erkenntnisse über das Ausmaß weiblicher Genitalverstümmelung in Deutschland erhalten werden. Aber wir müssen uns auch im Klaren sein, dass wir von einem wachsenden Problem sprechen, das mit steigenden Flüchtlingszahlen einhergeht. Dem müssen wir uns stellen. Dabei ist der von der Bundesregierung vorgesehene Passentzug bei sogenannten Ferienbeschneidungen ein Weg von vielen. Mehr noch braucht es aber aus meiner Sicht Aufklärung und Sensibilisierung. Wir müssen Frauen stark machen und Unterstützerinnen und Unterstützer in ihren Kompetenzen stärken. Nur wenn wir das Thema präsent und transparent machen, können wir betroffene Frauen und Mädchen gut betreuen. Dann kommen wir auch im Kampf gegen Genitalverstümmelung weiter voran.“

Für Mädchen und Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind, ist unter der Rufnummer 08000 116 016 das kostenlose "Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen" mit anonymer, kompetenter und sicherer Beratung rund um die Uhr erreichbar. Betroffene können sich aber auch online per E-Mail oder Chat beraten lassen. Sprach- und Gebärdendolmetscherinnen stehen zur Verfügung.