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Grußwort in leichter Sprache zur Veranstaltung One Billion Rising 2018 in Potsdam, 14.02.2018

Hallo und herzlich willkommen zu ONE BILLION RISING im Jahr 2018! Herzlich willkommen Ihnen allen!

Ich begrüße ganz besonders heute die Frauenbeauftragten und Mitarbeiterinnen aus den Einrichtungen - seien Sie ganz besonders willkommen, ich freue mich sehr, dass Sie heute mittanzen!

Und ich freue mich, dass uns wieder Schülerinnen der Clara Hoffbauer Schule begleiten - Vielen Dank dafür!

Danke auch an Jenny Pöller und das Autonome Frauenzentrum für die Organisation!

Wir wollen heute gemeinsam gegen Gewalt an Frauen und Mädchen tanzen. Ich bin Monika von der Lippe und ich arbeite für die Landesregierung. Mein Ziel ist, dass Frauen und Männer die gleichen Rechte haben. Alle haben das Recht auf ein Leben ohne Gewalt.

Denn: Frauen haben das Recht, sich zu wehren,

  • wenn sie geschlagen und verletzt werden
  • wenn sie vergewaltigt werden
  • wenn sie bedroht, beschimpft oder verfolgt werden und 
  • wenn das auch ihren Kindern angetan wird.

NIEMAND hat das Recht, Frauen und Mädchen Gewalt anzutun!

Wer das tut, muss bestraft werden. Auch wenn es der Freund oder ein Verwandter ist! Da gibt es keine Ausnahme!

Trotzdem passiert das viel zu oft überall auf der Welt: Frauen und Mädchen werden vergewaltigt, geschlagen, eingesperrt und ermordet. Das ist ein Verbrechen!

Aber es passiert auch bei uns.

Wir müssen uns darum kümmern und wir müssen darauf aufmerksam machen.

Darum sind wir heute hier:

  • um zu zeigen, dass wir Gewalt an Frauen und Mädchen nicht dulden
  • und um Frauen und Mädchen stark zu machen
  • und um ihnen zu zeigen: ihr seid nicht allein und es ist richtig, dass ihr euch wehrt!

one billion - das heißt übersetzt „eine Milliarde“.

Die Zahl erinnert uns daran, dass jede dritte Frau und jedes dritte Mädchen auf der Welt vergewaltigt, geschlagen oder sogar ermordet wurde. In Deutschland hat jede vierte Frau solche Gewalt erlebt.

Und in Brandenburg?

Im letzten Jahr passierte über 4.000 Mal Gewalt im eigenen Zuhause. Über 2.000 Frauen und Mädchen waren davon betroffen.

Meistens haben das die Partner der Frauen getan.

Und meistens wurden die Frauen und Mädchen geschlagen, verletzt, misshandelt und vergewaltigt.

Aber auch bei uns werden Frauen und Mädchen Zuhause getötet – in Brandenburg waren das in einem Jahr insgesamt 20 Frauen!

Das eigene Zuhause ist der gefährlichste Ort für Frauen und Mädchen.

Frauen finden es häufig schwer, sich zu wehren oder wegzulaufen.

Sie sagen sich „Es ist meine Schuld. Ich habe ihn geärgert.“ oder „Ich werde von hier weggehen. Ich warte nur noch, bis…“

Sie denkt, dass sie Schuld ist.

Sie denkt, dass ihr niemand glaubt.

Und sie hat Angst, dass es wieder passiert.

Also sagt sie lieber nichts.

Und der Täter kann weitermachen.

 

Dazu kommen falsche Vorstellungen über Männer und Frauen:

Viele Menschen glauben, dass Männer stark und Frauen schwach sind.

Sie denken, dass Männer Dinge anpacken und Macht über Frauen haben, ihnen also sagen dürfen, was sie tun müssen.

Frauen sollen das alles hinnehmen. Im schlimmsten Fall wird Frauen dann gesagt, dass sie selbst schuld sind, wenn ihnen Gewalt angetan wird.

 

Vielleicht haben Sie das auch schon einmal gehört, dass jemand sagt: „Kein Wunder, dass sie vergewaltigt wurde. Was zieht sie auch einen so kurzen Rock an. Da musste der Mann ja denken, sie will das.“

Das stimmt so aber nicht!

Solches Denken führt dazu, dass

  • sich Männer die Macht über Frauen auch mit Gewalt nehmen
  • dass sie nicht wollen, dass die Frau sagt, was gemacht wird
  • und dass Männer nicht wollen, dass Frauen besser sind als sie, z.B. wenn sie mehr Geld verdienen.

Umso wichtiger ist es, dass wir alle Zeichen setzen, dass wir demonstrieren und aufmerksam machen.

 

Es gibt auf der ganzen Welt Menschen, die dafür kämpfen, dass nie wieder eine Frau oder ein Mädchen Gewalt erleiden muss. Alle sollen wissen, was passiert ist und wer das getan hat.

Deshalb gibt es den Hashtag „MeeTo“.

Die Schauspielerin Alyssa Milano hat damit angefangen, sie hat im Internet geschrieben, dass sie sexuell belästigt wurde. Sie hat andere Menschen eingeladen, das auch so zu machen.

Jetzt haben schon Millionen von Menschen die Nachricht „mee to“ - „ich auch“ geschickt, z.B. die Sängerinnen Lady Gaga und Björk.

Das zeigt uns, wie groß das Problem ist und wie wichtig es ist, dass wir alle etwas tun.

 

In Deutschland gibt es zum Beispiel Menschen, die Informationen über ermordete Frauen und die Gründe dafür sammeln und darüber öffentlich reden wollen, damit das nicht mehr passiert. Diese Aktion heißt „keine mehr“.

Wichtig ist auch, Frauen und Mädchen ernst zu nehmen, ihnen immer wieder Mut zu machen und ihnen zu erklären, dass NIEMAND das Recht hat, ihnen Gewalt anzutun.

Betroffene Frauen und Mädchen brauchen Schutz und Hilfe.

Im Notfall gibt es in Brandenburg Frauenhäuser, in denen sie Schutz und Hilfe finden und sicher wohnen können.

Und es gibt das Hilfetelefon, das Frauen anrufen können, jeden Tag und rund um die Uhr, dort gibt es auch Hilfe in Gebärdensprache.

 

Wir haben in Brandenburg auch Krankenhäuser, in denen sich eine Frau nach einer Vergewaltigung untersuchen lassen kann, ohne gleich zur Polizei gehen zu müssen.

Und wir haben viele Menschen,

  • die über Gewalt informieren
  • die sagen können, wie sich Frauen und Mädchen besser schützen können
  • und die Hilfe und Beratung anbieten.

 

Auch die Gesetze in Deutschland sind verbessert worden. Wenn eine Frau „Nein“ sagt, weil sie nicht angefasst werden möchte, dann gilt das. Es gibt keine Ausnahme.

Es wird also schon viel gegen Gewalt an Frauen und Mädchen getan. Aber es muss auch noch viel mehr passieren.

Keine Frau und kein Mädchen darf mehr verletzt, beleidigt, bedrängt oder umgebracht werden.

Solange machen wir weiter, das verspreche ich!

Jetzt lasst uns tanzen!