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Was ist Hautkrebs und wie lässt er sich frühzeitig erkennen?

Collage Frau mit Sonne und Muttermal, © RioPatuca Images / Fotolia © RioPatuca Images / Fotolia

Unter dem Begriff Hautkrebs werden verschiedene Krebserkrankungen der Haut zusammengefasst, die in vielfältigen Erscheinungsformen auftreten. Unterschieden werden der sogenannte  schwarze Hautkrebs (malignes Melanom) und der helle Hautkrebs.

Zum hellen Hautkrebs zählen das Basalzellkarzinom und das  Plattenepithelkarzinom, daneben gibt es noch einige weitere sehr seltene Hautkrebsformen.

Maligne Neubildungen der Haut (Malignes Melanom, Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom) zählen weltweit zu den am häufigsten auftretenden Krebsarten. In den letzten Jahrzehnten stiegen die Neuerkrankungsraten (Inzidenzen) für Hautkrebs in Deutschland stetig an, sodass diese Erkrankungen für die Bevölkerung zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention liegt die Neuerkrankungsrate für Hautkrebs in Deutschland schätzungsweise bei knapp 290.000 pro Jahr. 2008 lag die geschätzte Zahl noch bei 120.000 pro Jahr.

Das Risiko, an einer  der Hautkrebsarten zu erkranken, steigt mit der lebenslang erworbenen UV-Dosis und daher mit zunehmendem Alter.

 

Gemeinsames Krebsregister der Länder

Laut dem Gemeinsamen Krebsregister der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen wurden auch im Land Brandenburg zu-nehmend mehr Neuerkrankungen an Basalzellkarzinom (Synonym: Basaliom) der Haut (C44, M809-M811) von 2000 bis 2013 erfasst. Für Erkrankungen an Basalzellkarzinom ist ein steigender Trend von 4,5% bei Männern und von 4,7% bei Frauen zu erkennen. Im Jahr 2013 erkrankten allein an den Ba-salzellkarzinom in Brandenburg 2.190 Männer und 1.832 Frauen.

Für diese Entwicklung wird in der wissenschaftlichen Literatur eine zunehmende Belastung der Haut durch UV-Strahlung verantwortlich gemacht. Ursachen dafür werden vorrangig in der zunehmenden freizeitbedingten Sonnenexposition, der Nutzung von Solarien und der Ausdünnung der Ozonschicht gesehen.

 

Früh erkannt - sehr hohe Heilungschancen

Da jeder Bürger sich dem Einfluss der Sonne/UV-Strahlung nicht gänzlich entziehen kann, hilft ein eigener Hautcheck, Veränderungen zu erkennen. Wird Hautkrebs früh erkannt, bestehen grundsätzlich für alle Arten sehr hohe Heilungschancen.

 

ABCDE-Regel — Hautkrebs frühzeitig erkennen

Schaubild Hautkrebs Melanom ABCDE, © Henrie / Fotolia © Henrie / Fotolia

Mit der sogenannten ABCDE-Regel können Sie Ihre Haut auf krankhafte Veränderungen untersuchen. Jeder Buchstabe steht für eine bestimmte Eigenschaft, die ein Muttermal, ein Pigmentfleck oder eine kleine schuppende Hautveränderung haben können.

Bestimmte Veränderungen können auf schwarzen Hautkrebs hindeuten, der für ein Prozent aller Krebstodesfälle verantwortlich ist. Es lohnt sich also, regelmäßig einmal im Monat die Haut nach der ABCDE-Regel zu untersuchen und bei verdächtigen Veränderungen den Hautarzt aufzusuchen. 

A = Asymmetrie

Begutachten Sie Hautveränderungen und Muttermale danach, ob sie eine gleichmäßige runde Form haben oder ob sie ungleichmäßig, also asymmetrisch sind. Wenn Letzteres derFall ist, sollten Sie einen Hautarzt aufsuchen.

B = Begrenzung

Die Ränder von harmlosen Muttermalen und Pigmentflecken sind scharf begrenzt und glatt. Wirken die Ränder dagegen verwaschen, ausgezackt, uneben und/oder rau, ist dringend eine Untersuchung beim Hautarzt angeraten.

C = Colour (Farbe)

Auch die Farbe einer Hautveränderung spielt für die Beurteilung eine wichtige Rolle: Ist sie unterschiedlich, schwankt sie zwischen hell und dunkel, sind rosa, graue und/oder schwarze Punkte zu erkennen? Die genaue Beurteilung obliegt auch hier wieder dem Hautarzt.

D = Durchmesser

Beträgt der Durchmesser einer Hautveränderung mehr als zwei bis sechs Millimeter oder ist die Form halbkugelig, dann sollten Sie einen Hautarzt aufsuchen.

E = Erhabenheit

Erhabenheit bedeutet, wie hoch ein Muttermal oder eine andere Hautveränderung über das Niveau der Haut hinausragt. Wenn die Höhe mehr als einen Millimeter beträgt, kann das ein Hinweis auf Hautkrebs sein.

 

Zusätzliche Faktoren, die einen aufmerksam machen sollten, sind:

  • Größenzunahme und
  • Formveränderung vorhandener Leberflecken,
  • Juckreiz und
  • Blutung aus einem Mal.

 

Eine eigene Beobachtungsgabe ist wichtig!

Die eigene Beobachtungsgabe ist die wichtigste Hilfe zur Früherkennung eines Hautkrebses, denn Hautkrebsvorstufen sind sichtbar und zum Teil auch tastbar.

Über regelmäßige Selbstuntersuchungen der eigenen Haut können Sie frühzeitig entdecken, wo neue Hautveränderungen auftreten und vorhandene Leberflecken gewachsen sind. Es lohnt sich, der Haut etwas Aufmerksamkeit zu schenken und sie mittels ABCDE-Regel regelmäßig zu kontrollieren. Ab dem 35. Lebensjahr steht jedem Versicherten alle zwei Jahre ein Hautkrebs-Screening beim Arzt zu.