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Partizipation geflüchteter Frauen

Ein Blick in die Praxis Gewaltschutzkoordination

Als Gewaltschutzkoordinatorin für die Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete des Caritasverbands für das Erzbistum Berlin e.V. spielt es eine große Rolle, Brücken zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern und der engagierten Gemeinde Bad Saarow zu bauen. Dabei wird Beteiligung, Mitverantwortlichkeit und Mitwirkung --- kurz PARTIZIPATION --- groß geschrieben.

Unicef International startete eine Gewaltschutzinitiative mit dem  Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend in 2016, welche finanzielle Förderung unter anderem für Gemeinschaftsunterkünfte bundesweit bereitstellte. Die Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Bad Saarow ist eine solche Referenzunterkunft in Brandenburg. In meiner Tätigkeit als Gewaltschutzkoordinatorin bin ich zum Beispiel für die Umsetzung und das Monitoring des einrichtungsinternen Schutzkonzeptes zuständig. Darüber hinaus organisiere ich regelmäßig Schulungen, um die Verantwortlichen in der Einrichtung für den Gewaltschutz zu sensibilisieren. Ferner liegen die Kooperations- und Netzwerkbildung, sowie die Stärkung von lokalen Referenzsystemen in meinem Zuständigkeitsbereich. Es finden zusätzlich unterstützende Beratungstätigkeiten von anderen brandenburgischen Einrichtungen des Caritasverbandes für Migranten, Flüchtlinge und andere Asylbewerberinnen und Asylbewerber statt. Weitere Informationen befinden sich auf der Website https://www.gewaltschutz-gu.de/.

Als ich meine Arbeit im August 2017 aufnahm, war ich beeindruckt von den schon existierenden ehrenamtlichen Strukturen der Unterkunftsorganisation im Rahmen der Willkommensinitiative. Die Gewaltschutzkoordination arbeitet mit dem Fachberatungsdienst Zuwanderung, Integration und Toleranz zusammen, um das Project Reconnect (www.reconnect.nethope.org) erfolgreich in der Gemeinschaftsunterkunft umzusetzen. Im Rahmen der bundesweiten Gewaltschutzinitiative wurden Bewohnerinnen und Bewohner zehn Chromebook Laptops gespendet. Frauen, Männer und Kinder können sich zum Beispiel sprachlich und beruflich weiterzubilden und am gesellschaftlichen Leben in Brandenburg aktiv teilhaben. Eine weitere Planung für die Chromebooks besteht darin sie als Kommunikationsmittel und zum Spielen einzusetzen. 

Auf der Fachkonferenz der „Initiative zum Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“ Anfang Dezember 2017 in Potsdam, war ich Teilnehmerin des Podiums „Impulse aus der Praxis“ zusammen mit Dr. Wegenast (Diakonisches Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz e.V.) und Dr. Kaygusuz-Schurmann (Stadtverwaltung Cottbus). Bezüglich meines „größten ‚Aha-Momentes‘“ berichtete ich von der Erkenntnis, dass „Gewaltschutz“ weitaus mehr bedeutet als Strukturen zu etablieren, welche die Bewohnerschaft vor Gewalt beschützt. Die Arbeit der Gewaltschutzkoordination beinhaltet die facettenreichen Gelegenheit gesellschaftliche Integration von Bewohnerinnen und Bewohnern in den temporären Unterkünften zu fördern und damit Partizipation zu stärken.

Meine Arbeit als Gewaltschutzkoordinatorin wird ebenfalls dadurch definiert sogenannte „Meilensteine umzusetzen. Ich bin zum Beispiel dafür zuständig geeignete Rahmenbedingungen für die gesellschaftliche Partizipation der Bewohnerschaft gemeinsam mit dem Team von der Gemeinschaftsunterkunft Bad Saarow zu gestalten. Neue Räume wie ein Frauenschutzraum sind geplant. Es sollen ferner erweiterte Beratungs- sowie Freizeitangebote für Frauen und Männer entwickelt werden. Die Gewaltschutzkoordination fördert auch eine engere Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene. Ziel ist es haupt- und ehrenamtliche Akteure für den Gewaltschutz zu sensibilisieren und in gemeinsamen Treffen das Thema Schutz vor Gewalt zu bearbeiten.

In Betrachtung des Gesamtzusammenhangs, ist die Arbeit innerhalb der Gewaltschutzkoordination dementsprechend eine sehr gute Gelegenheit die gesellschaftliche Integration und Partizipation von Migranten, Flüchtlingen und anderen Asylbewerber*innen zu forcieren.

Dr. Anya Quilitzsch
(Gewaltschutzkoordination, Stabsstelle Flüchtlingsarbeit, Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V.)

Kontakt:

Dr. Anya Quilitzsch

Gewaltschutzkoordinatorin
Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V.
Gemeinschaftsunterkunft Bad Saarow
Karl-Marx-Damm 59
15526 Bad Saarow
Telefon: +49 (0) 172 45 40068
Telefax: +49 (0) 33631 4998-28

 

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