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15.11.2018Fachtagung zu geflüchteten Tschetscheninnen und Tschetschenen in Brandenburg | 173/2018

Dr. Doris Lemmermeier, Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg Neues Fenster: Bild - Dr. Doris Lemmermeier - vergrößern Dr. Doris Lemmermeier, Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg

Die Lebenssituation geflüchteter Tschetscheninnen und Tschetschenen in Brandenburg steht heute (15.11.2018) im Mittelpunkt einer Fachtagung, die die Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg, Frau Dr. Lemmermeier, und die RAA Brandenburg an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) gemeinsam ausrichten. „In Brandenburg leben mehrere Tausend geflüchtete Tschetscheninnen und Tschetschenen, über deren tatsächlichen Lebensumstände in ihrer Heimat und die Fluchtursachen kaum jemand etwas weiß. In der Öffentlichkeit werden Menschen aus Tschetschenien häufig nur als Problemgruppe dargestellt, sie selbst kommen dabei aber nicht zu Wort. All diese Aspekte schüren Vorurteile und Ängste. Das wollen wir ändern“, sagte Lemmermeier zu Beginn der Veranstaltung mit rund 100 Teilnehmenden.

Das Ziel der Konferenz ist es, Vorurteilen mit Fakten zu begegnen. Dafür konnten Expertinnen und Experten aus den Bereichen Asylrecht, Migrationssozialarbeit, psychosoziale Hilfe und Sport gewonnen werden. Beiträge tschetschenisch-stämmiger Menschen werden ebenfalls zu hören sein.

Landesintegrationsbeauftragte Dr. Doris Lemmermeier: „Tschetscheninnen und Tschetschenen stehen die gleichen Rechte auf Asyl zu wie allen anderen Schutzbedürftigen auch. Auf keinen Fall darf man eine ganze Gruppe pauschal stigmatisieren. Auch geflüchtete Menschen aus Tschetschenien sind in erster Linie Menschen in ihrer ganzen Individualität. Wir wollen spezifische  Herausforderungen identifizieren und Lösungswege beraten. Dem Thema Prävention kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Aber auch Themen wie die Geschichte und Kultur Tschetscheniens, der unsichere Aufenthaltsstatus, asylrechtliche Fragen sowie die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften stehen auf der Agenda.“

Prof. Dr. Julia von Blumenthal, Präsidentin der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) erklärte: „Wir freuen uns sehr, dass die RAA als Motor für Bildung, Integration und Demokratie und die Integrationsbeauftragte des Landes mit ihrer Fachveranstaltung zu geflüchteten Tschetscheninnen und Tschetschenen an der Europa-Universität Viadrina zu Gast sind. An der Viadrina nimmt die internationale und fächerübergreifende Perspektive, wie sie auch in der Konferenz zum Tragen kommt, einen herausragenden Stellenwert ein. Dass auch Expertinnen und Experten aus Polen zu Wort kommen, freut mich besonders.“

Der Leiter der Erstaufnahmeeinrichtung Doberlug-Kirchhain, Theo Ripplinger, sagte: „In der öffentlichen Debatte wird engagiert und interessiert über tschetschenische Zuwanderer gesprochen – aber selten mit ihnen selbst. Wir haben in der Erstaufnahme unterschiedliche Erfahrungen mit tschetschenischen Bewohnern gemacht. Aber eins haben alle Zuwanderungsgruppen gemeinsam: Sie sind an der Integration in unsere Gesellschaft interessiert und bereit, unsere Gesetze und kulturellen Normen zu respektieren. Das gilt auch für Tschetschenen.“

Alfred Roos, Leiter der RAA Brandenburg: „Die Beratungsanfragen, die uns aus Kommunen und Bildungseinrichtungen im ganzen Land erreichen, aber auch die Tatsache, dass wir innerhalb kürzester Zeit die Teilnehmendenliste schließen mussten, zeigen das große Interesse am Thema unserer Veranstaltung. Uns geht es darum, die Perspektive tschetschenischer Geflüchteter auf die Tagesordnung zu bringen und zu überlegen, wie wir auch den berechtigten Anliegen dieser Gruppe von Geflüchteten gerecht werden können.“

Die Fachtagung wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben und des Handlungskonzepts der Landesregierung Tolerantes Brandenburg.

Weitere Information sowie das Programm zur Fachtagung: https://raa-brandenburg.de/Termin-Details/die-lebenssituation-gefl252chteter-tschetscheninnen-und-tschetschenen-in-brandenburg

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