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26.11.2018Protestieren, Solidarisieren, Ermutigen: Politik zeigt Flagge und bekräftigt NEIN zu Gewalt an Frauen | 183/2018

Es ist ein deutliches Zeichen in einer gemeinsamen Aktion an einem prominenten Platz: Parlamentspräsidentin Britta Stark und Frauenministerin Susanna Karawanskij hissten mit den frauenpolitischen Sprecherinnen der Fraktionen und dem Frauenpolitischen Rat Brandenburg zusammen die Flagge gegen Gewalt an Frauen. Die Fahne der Frauenorganisation „Terre des Femmes“ mit der Aufschrift „NEIN zu Gewalt an Frauen – frei leben ohne Gewalt“ weht anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung der Gewalt an Frauen zum vierten Mal am Landtag.

Für Landtagspräsidentin Stark ist die Flaggenhissung ein Zeichen des Protests gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, ein Zeichen der Solidarität mit den Opfern und ein Zeichen der gegenseitigen Ermutigung. „Wir wollen sichtbar sein und wir machen Gewalt sichtbar, unsere Empörung, unsere Traurigkeit über das Leid, den Schmerz, die Angst der Frauen und Mädchen, die Gewalt erfahren. Wir schauen nicht weg“, versprach Stark. „Denn wo Gewalt an Frauen ignoriert wird, passiert sie auch weiter.“

Frauenministerin Susanna Karawanskij sagte: Ich finde es fantastisch, dass sich im ganzen Land Kommunen, Gleichstellungsbeauftragte und Interessensvertretungen an Fahnenaktionen und Veranstaltungen beteiligen. Dieses Symbol soll allen betroffenen Frauen Mut machen, sich gegen Gewalt zu wehren und sich aus ihrer schwierigen Situation zu befreien. Ein erster Schritt ist es oft, Hilfe zu suchen und dann auch anzunehmen.“

Claudia Sprengel, Sprecherin des Frauenpolitisches Rates mahnte: „Jeden zweiten bis dritten Tag stirbt in Deutschland eine Frau an den Folgen von Gewalt. In Brandenburg waren im letzten Jahr über 4.200 Fälle polizeilich aufgenommen worden. Die Frauenhäuser sind voll. Es zeigt sich dabei immer wieder, dass Gewalt gegen Frauen weder Alter noch Herkunft kennt, sondern sich durch alle gesellschaftlichen Schichten zieht. Vereinfachte Beschränkungen auf Tätergruppen verlagern den Diskurs zu Ungunsten unseres gemeinsamen Anliegens: der Unterstützung aller Frauen, die von Gewalt betroffen sind.“

Im Jahr 2017 gab es laut der Polizeilichen Kriminalstatistik in Brandenburg insgesamt 2.182 Straftaten gegen Frauen im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt, 2016 waren es 2.123, im Jahr 2015 2.028 Straftaten. Häusliche Gewalt nimmt seit ca. zehn Jahren tendenziell zu. Die offizielle Statistik spiegelt das Ausmaß von Gewalt gegen Frauen allerdings nicht wider, da von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist. Das Land Brandenburg hat ein landesweites Netz von Frauenhäusern, Frauenberatungsstellen und Zufluchtswohnungen. 512 Frauen und 625 Kinder fanden 2017 in den 21 Schutzeinrichtungen (Stand 2017) Zuflucht bei akuter Bedrohung. Zusätzlich ließen sich dort fast 2.660 Frauen beraten.

Hintergrund:

Im Jahr 1999 erklärten die Vereinten Nationen den 25. November zum „Internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen“. Auslöser für diese Initiative war der Fall der Schwestern Mirabal, die 1960 in der Dominikanischen Republik von Militärangehörigen des damaligen Diktators Rafael Trujillo verschleppt und ermordet wurden. Am 25. November 2001 ließ die Frauenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ zum ersten Mal ihre Fahnen wehen.

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