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06.04.201922. Pädiatertag in Cottbus: Ministerin Karawanskij begrüßt neues Angebot für Kinderpalliativmedizin in Cottbus | 055/2019

Ministerin Susanna Karawanskij Neues Fenster: Bild - Ministerin Karawanskij Portrait 1 - vergrößern Foto: Johanna Bergmann

Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Carl-Thiem-Klinikums will gemeinsam mit dem Kinderhaus Pusteblume der Johanniter-Unfall-Hilfe in Cottbus die Kinderpalliativmedizin etablieren. Das beinhaltet den Aufbau einer spezialisierten ambulanten pädiatrischen Palliativversorgung (kurz: SAPPV). Gesundheitsministerin Susanna Karawanskij begrüßt dieses Engagement. Beim 22. Pädiatertag sagte sie heute in Cottbus: „Schwerstkranke Kinder brauchen besondere Pflege und Betreuung, um die verbleibende Lebenszeit würdevoll und weitgehend ohne Schmerzen in einer familiären Umgebung verbringen zu können. Es ist eine gute Nachricht, dass dieses wichtige Angebot in Brandenburg ausgebaut wird.“

Der 22. Pädiatertag der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Carl-Thiem-Klinikums steht unter dem Motto „Kostbare Zeit. Pädiatrische Palliativmedizin“. Kinder, die palliativmedizinisch versorgt werden, leiden in der Regel an lebensbedrohlichen Erkrankungen, bei denen ein vorzeitiger Tod sehr wahrscheinlich, aber auch ein Überleben bis ins Erwachsenenalter hinein möglich ist. Nach Schätzungen leben bis zu 50.000 lebensbegrenzt erkrankte Kinder und Jugendliche in Deutschland.

Karawanskij sagte: „Der Gedanke, dass ein Kind so schwer krank ist, dass es nur noch begrenzte Zeit zu leben hat, ist zutiefst erschütternd, kaum vorstellbar, unerträglich. Ein Albtraum für jede Mutter und jeden Vater. Ein Alptraum auch für Geschwister, Verwandte und Freunde. Im Falle einer unheilbaren, weit fortgeschrittenen Erkrankung mit sehr begrenzter Lebenserwartung sind die  Wünsche  nach einer bestmöglichen individuellen Lebensqualität und ein Sterben in Würde ein elementares Anliegen. Diese Ziele verfolgt die Palliativversorgung. Es ist deutschlandweit schwierig, flächendeckend SAPPV-Angebote vorzuhalten.

Wir sind uns darüber im Klaren, wie schwierig es ist, eine flächendeckende Versorgung schwerstkranker und sterbender Kinder in Brandenburg sicherzustellen. Eine bessere Vernetzung und ein flexibler Ausbau bereits bestehender Strukturen sind notwendig, um die palliativmedizinische pädiatrische Versorgung  in unserem Land zu verbessern.“

Karawanskij betonte: „Ich freue mich deshalb sehr, dass die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Carl-Thiem-Klinikum Cottbus plant, zukünftig ein SAPPV-Angebot vorzuhalten und zwar in enger Kooperation mit dem derzeit im Aufbau befindlichen Kinderhaus Pusteblume in Burg/Spreewald und mit dem bereits bestehenden ambulanten Kinderhospizdienst Pusteblume in Cottbus.“

Hintergrund

Brandenburg verfügt über vergleichsweise gute Strukturen in der Hospiz- und Palliativversorgung, sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich: Es gibt elf stationäre Hospize mit insgesamt 125 vollstationären Plätzen und vier Tageshospizplätzen an den Standorten Brandenburg an der Havel, Neuruppin, Oranienburg, Eberswalde, Potsdam, Lehnin, Frankfurt (Oder), Lauchhammer, Cottbus, Luckenwalde und Blankenfelde-Mahlow. Außerdem betreuen ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus 24 ambulanten Hospizdiensten schwerstkranke Patientinnen und Patienten zu Hause.

Die Betreuung von schwersterkrankten Kindern erfolgt im Rahmen der sogenannten Regelversorgung, also in Krankenhäusern mit ihren Fach- und Palliativstationen, in der ambulanten haus- und fachärztlichen Versorgung, in der allgemeinen ambulanten Palliativversorgung (AAPV) und der spezialisierten ambulanten pädiatrischen Palliativversorgung (SAPPV). Das bislang einzige SAPPV-Angebot in Brandenburg gibt es derzeit in Frankfurt (Oder) mit einem Kinderpalliativteam der PCT „Am Oderfluss“ GbR.

In Brandenburg gibt es aktuell kein stationäres Kinderhospiz. Die derzeit einzigen stationären Kinderhospize für die Region Berlin/Brandenburg sind das Hospiz der Björn Schulz Stiftung „Sonnenhof“ in Berlin und das „Kindertages- und Nachthospiz Berliner Herz“. Momentan plant die Johanniter-Unfall-Hilfe, Regionalverband Südbrandenburg, die Eröffnung eines Kinderhospizes in Burg (Spreewald) zur palliativen und intensiv-medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen - kombiniert mit einer betreuten Wohngruppe, das ergänzend zu bereits bestehenden ambulanten Angeboten die Versorgung schwerstkranker Kinder und Jugendlicher in der Region weiter verbessern soll.

Ambulant beraten und betreut werden Familien, die für ihr Kind eine unheilbare Diagnose erhalten haben, in den zwei Kinderhospizdiensten der Björn-Schulz-Stiftung in Brandenburg an der Havel und in Potsdam, außerdem in den beiden Kinder- und Jugendhospizdiensten der Johanniter-Unfall-Hilfe „Pusteblume“ und „NORA“ sowie im Kinder- und Jugendhospizdienst der Kinderhilfe e.V. Potsdam.

Hinsichtlich der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) für Erwachsene gibt es im Land Brandenburg ein gutes und nahezu flächendeckendes Angebot. Aktuell stehen 12 Palliativ-Care-Teams (PCT) zur Verfügung, die SAPV-Leistungen anbieten.

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