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20.11.2017

| 173/2017

NEIN zu Gewalt an Frauen - Fahnenaktion im Innenhof des Landtags

Aus Anlass des Internationalen Gedenktages „Nein zu Gewalt an Frauen“ haben heute Parlamentspräsidentin Britta Stark, Frauenministerin Diana Golze, die frauenpolitischen Sprecherinnen der Landtagsfraktionen sowie der Frauenpolitische Rat des Landes Brandenburg gemeinsam ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt. Im Innenhof des Landtages  hissten sie die Flagge der internationalen Frauenorganisation „Terre des Femmes“ mit der Aufschrift „NEIN zu Gewalt an Frauen – frei leben ohne Gewalt“. Viele Kommunen und Fraueninitiativen in Brandenburg, in Deutschland und weltweit nehmen an der Flaggenaktion teil. Aus Anlass des Aktionstages finden zahlreiche Veranstaltungen statt.

In ihrer Ansprache forderte Landtagspräsidentin Stark zum Handeln auf: „Setzen wir uns gemeinsam dafür ein, dass alle Frauen und Mädchen vor Gewalt geschützt werden können. Geben wir den betroffenen Frauen eine Stimme, denn wo Gewalt an Frauen ignoriert wird, passiert sie auch weiter. Gewalt an Frauen ist ein unerträglicher Zustand für eine gerechte Gesellschaft, in der alle Menschen gleichgestellt sind. Um diesen gesellschaftlichen Zustand zu überwinden, brauchen wir einen starken Staat und eine starke Zivilgesellschaft. Hier sind wir alle gefordert – in der Politik, in den Verwaltungen, in der Polizei, in den Dörfern und Städten.“

Frauenministerin Diana Golze betonte: „In Brandenburg setzen wir zum Internationalen Aktionstag gemeinsam ein Zeichen gegen Gewalt. Dieses öffentliche und sehr deutliche Symbol im gesamten Land soll allen betroffenen Frauen Mut machen, sich gegen Gewalt zu wehren und sich aus ihrer schwierigen Situation zu befreien. Der Weg aus dem Verborgenen gelingt allmählich. Jede und Jeder sollte die Nummer des bundesweiten Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ kennen. Unter der Nummer 08000 116 016 und per Online-Beratung werden Betroffene aller Nationalitäten rund um die Uhr unterstützt – mittlerweile in 17 (!) Sprachen, auch in Gebärdensprache und in Leichter Sprache.

Als Sprecherin des Frauenpolitisches Rates unterstrich Heiderose Gerber die Wichtigkeit der Öffentlichkeitsarbeit und den Ausbau von Hilfsstrukturen: Der FPR führt in diesem Jahr eine vom Land Brandenburg geförderte Brottütenaktion durch: Mehr als 250 Bäckereien im ganzen Land verteilen ab heute Brottüten, die niedrigschwellig über Beratungsangebote informieren. Gewalt gegen Frauen ist noch immer ein tabuisiertes Thema, es ist deshalb umso wichtiger über Unterstützungsangebote zu informieren Allerdings gibt es hier auch Verbesserungsbedarf: Oft wird die Notrufbereitschaft unbezahlt ausgeführt, und viele Angebote sind nicht für alle Frauen zugänglich.

Das sollte für die Politik ein Anlass sein zu überprüfen, wie sie die Hilfestrukturen für Frauen verbessern können.

Im Jahr 2016 gab es laut der Polizeilichen Kriminalstatistik in Brandenburg insgesamt 2.123 Straftaten gegen Frauen im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt, im Jahr 2015 waren es 2.028 Straftaten. Häusliche Gewalt nimmt seit zehn Jahren tendenziell zu. Die offizielle Statistik spiegelt das Ausmaß von Gewalt gegen Frauen allerdings nicht wider. Es ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.

Das Land Brandenburg hat ein landesweites Netz von Frauenhäusern, Frauenberatungsstellen und Zufluchtswohnungen. 21 Schutzeinrichtungen bieten derzeit bei akuter Bedrohung Zuflucht.

516 Frauen und 598 Kinder fanden im vergangenen Jahr (2016) dort Schutz. Zusätzlich ließen sich dort fast 3278 Frauen beraten – mehr als je zuvor.

Hintergrund:

Im Jahr 1999 erklärten die Vereinten Nationen den 25. November zum „Internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen“. Seither wird an diesem Tag alljährlich durch weltweite Aktionen auf die gegen Frauen ausgeübte Gewalt aufmerksam gemacht. Am 25. November 2001 ließ die Frauenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ zum ersten Mal ihre Fahnen wehen. Begleitet wird der Aktionstag von zahlreichen Veranstaltungen. Bereits im dritten Jahr in Folge wurde die Fahne am Landtag Brandenburg gehisst und erstmalig in diesem Jahr im Innenhof des Landtagsgebäudes.

Informationen zu den verschiedenen Aktionen im Land Brandenburg können der Website des Frauenpolitischen Rates entnommen werden.

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