Hauptmenü

23.06.2019

| 103/2019

Wie schnell erreiche ich mit dem Pkw den nächsten Arzt?

Jetzt online: Übersichtskarten zur Erreichbarkeit von verschiedenen medizinischen Angeboten in Brandenburg

99,2 Prozent aller Brandenburgerinnen und Brandenburger können mit dem Pkw von ihrem Wohnort innerhalb von 15 Minuten den nächstgelegenen Hausarzt erreichen, 98,8 Prozent einen Zahnarzt. Für knapp 87 Prozent aller Kinder und Jugendlichen im Alter bis 16 Jahren sind Angebote von Kinderärzten oder der Kinderheilkunde in Krankenhäusern innerhalb von 15 Minuten erreichbar. Diese und weitere Ergebnisse ergab eine Untersuchung des sogenannten „Gemeinsamen Landesgremiums für sektorenübergreifende Fragen der ambulanten und stationären Versorgung nach § 90a SGB V“. Auf dieser Grundlage hat das Gremium 17 Übersichtskarten erstellt, die das Gesundheitsministerium jetzt im Internet unter https://masgf.brandenburg.de/masgf/de/start/gesundheit/gesundheitliche-versorgung/erreichbarkeit-gesundheitliche-versorgung/ veröffentlicht hat.

Gesundheitsministerin Susanna Karawanskij: „Eine gute Gesundheitsversorgung ist für die Bürgerinnen und Bürger in allen Teilen des Landes enorm wichtig. Sie erwarten zu Recht, dass sie bei Bedarf eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung erhalten. Die Karten, die in dieser Form erstmalig in Brandenburg erstellt wurden, zeigen, dass ambulante und stationäre Angebote sowohl in berlinnahen als auch berlinfernen Regionen mit dem Pkw grundsätzlich gut zu erreichen sind. Keine Region ist in diesem wichtigen Lebensbereich abgehängt. Klar ist aber auch, dass zu einer guten Erreichbarkeit von Ärztinnen und Ärzten nicht nur die reine Fahrzeit mit dem Pkw gehört, sondern natürlich auch weitere Faktoren wie ÖPNV, Öffnungszeiten und Termin-Vergaben. Daran arbeiten wir intensiv weiter.“

Das Gemeinsame Landesgremium (kurz: 90a-Gremium) hat zum ersten Mal mit diesem Karten-Projekt die Versorgung der Bevölkerung hinsichtlich der zeitlichen Erreichbarkeit verschiedener gesundheitlicher Einrichtungen im Land Brandenburg untersucht. Ziel der Initiative war es, die medizinische Versorgung in den Regionen zu sichten, um dann gegebenenfalls neue Modelle und/oder Projekte entwickeln zu können, um auch weiterhin eine flächendeckende medizinische Versorgung der Bevölkerung in Brandenburg sicherstellen zu können.

MUDr./ČS Dr. Peter Noack, Vorsitzender des Vorstands der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg: „Die Karten zeigen, dass es im Flächenland Brandenburg wohnortnah ambulante Versorgungsangebote gibt. Dazu tragen auch die mittlerweile elf ärztlichen Bereitschaftspraxen bei, die wir an den Notaufnahmen von Krankenhäusern etabliert haben. Das Netz wird weiter ausgebaut: Bis 2020 soll es landesweit 20 dieser Bereitschaftspraxen geben. Der Vorteil für die Patienten ist, dass sie bei akuten, aber nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen nicht nur zu den üblichen Sprechstundenzeiten, sondern auch abends sowie an Wochenenden und Feiertagen ambulante Hilfe finden.“

Rainer Linke, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Land Brandenburg: „Wir freuen uns über die neuen Übersichtskarten, deren Erstellung wir durch unsere Datenlieferung unterstützt haben. Die Frage der Erreichbarkeit eines Zahnarztes oder einer Zahnärztin mit dem PKW stellt einerseits einen echten Mehrwert für die Patientinnen und Patienten dar und spiegelt andererseits wider, wie ernst wir unseren Sicherstellungsauftrag nehmen.“

Dr. med. Hanjo Pohle, Vizepräsident der Landesärztekammer Brandenburg: „Diese eindrucksvollen Zahlen verdeutlichen, dass es trotz angespannter Ärztlicher Ressourcenlage, in einem Flächenland wie Brandenburg für Patientinnen und Patienten möglich ist in komfortablen Zeiträumen hochqualifizierte ärztliche Versorgung zu erhalten! Dies ist der Suffizienz der ärztlichen Selbstverwaltung und dem persönlichen Engagement ärztlicher Kolleginnen und Kollegen zu verdanken.“

Michael Jacob, Geschäftsführer der Landeskrankenhausgesellschaft Brandenburg: „Die medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten wird in den Brandenburger Krankenhäusern rund um die Uhr auf höchstem Niveau gewährleistet. Die nun veröffentlichten Karten sind ein erster, gelungener Aufschlag, Bürgerinnen und Bürger übersichtlich über die Erreichbarkeit der medizinischen Angebote zu informieren. Sie zeigen zudem eindrücklich, dass die Krankenhäuser der unverzichtbare Pfeiler der medizinischen Versorgung im stationären als auch zunehmend im ambulanten Sektor sind. Bisher wird die Erreichbarkeit lediglich mittels PKW in den Versorgungskarten abgebildet. Umso wichtiger ist es, Öffnungszeiten der medizinischen Versorgungsangebote, Berücksichtigung freier Arzttermine und den öffentlichen Personennahverkehr mit einzubeziehen – eine Aufgabe der sich alle Beteiligten stellen müssen.“

Frank Michalak, Vorstandsvorsitzender der AOK Nordost: „Mit den neuen Übersichtskarten kann sich in Brandenburg jetzt jeder ganz einfach darüber informieren, wie schnell Ärzte, Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen zu erreichen sind. Damit haben wir ein wichtiges Instrument auf den Weg gebracht, das nicht nur für Transparenz bei den regionalen Versorgungsangeboten sorgt, sondern sich auch an den Bedürfnissen der Versicherten vor Ort orientiert. Nun gilt es diesen Ansatz weiterzuentwickeln. Denn der Zugang zu Ärzten, Krankenhäusern und anderen medizinische Einrichtungen ist nicht nur von der Erreichbarkeit, sondern auch von Öffnungszeiten, Wartezeiten und von der Qualität der Angebote abhängig. Wenn es uns in der Zukunft gelingt, hier aktuelle Übersichten zur Verfügung zu stellen, kann dies die Versorgung der Versicherten vor Ort erheblich verbessern.“

Michael Domrös, Leiter der vdek-Landesvertretung Berlin/Brandenburg: „Die Karten sind ein sehr gutes Beispiel dafür, wie Gesundheitsversorgung im wahrsten Sinne des Wortes sichtbar gemacht wird. Sie stellen eine wichtige Momentaufnahme dar und zeigen, dass die medizinische Versorgung in Brandenburg insgesamt auf einem guten Niveau liegt. Allerdings handelt es sich bei der Kartendarstellung um eine Übersicht. Trotz der insgesamt guten Versorgungslage sollte man die einzelnen Regionen genauer betrachten und gegebenenfalls gezielt Verbesserungen anstoßen.“

Daphne Bongardt, BKK Landesverband Mitte, Regionalvertreterin Berlin und Brandenburg: „Ziel ist, dass alle Ärzte innerhalb einer halben Stunde erreicht werden. Wir freuen uns über die jetzt schon hohe Quote und arbeiten daran, die Lücke zu 100 Prozent zügig zu schließen.“

Enrico Kreutz, Vorstand der IKK Brandenburg und Berlin: „Die Sicherstellung einer guten Erreichbarkeit der vorhandenen Gesundheitsangebote - vor allem im ländlichen Raum - ist für unsere Versicherten enorm wichtig. Daher haben wir uns als regional aufgestellte Krankenkasse aktiv im Rahmen des Gemeinsamen Landesgremiums an diesem Projekt beteiligt. Die erstmals entwickelten Übersichtskarten geben einen fachgebietsspezifischen Überblick über die zeitliche Erreichbarkeit der einzelnen Angebote. Sie zeigen aber auch auf, in welchen Regionen die flächendeckende Versorgung noch optimiert werden kann. Mit dem Karten-Projekt wurde somit eine gute Basis geschaffen, weiterhin zielgerichtet medizinische Angebote auch über mögliche neue Modelle weiterentwickeln zu können.“

Hans-Joachim Röttger, Leiter der KNAPPSCHAFT - Regionaldirektion Cottbus: „Es ist erfreulich, dass mit der Veröffentlichung der Übersichtskarten ein erster Schritt in Richtung einer transparenten und umfassenden Darstellung von ambulanter und stationärer Versorgung für die Bürgerinnen und Bürger im Lande Brandenburg erfolgt ist. Das gemeinsame Landesgremium nach § 90a SGB V hat mit diesem Projekt bewiesen, dass es sich sowohl den Herausforderungen einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung in Brandenburg als auch den Erfordernissen einer digitalen Transformation von gefundenen Ergebnissen stellt. Ich freue mich auf die gemeinsame weiterführende Arbeit.“

 

Hintergrund

Für das Karten-Projekt wurden zunächst die Standorte von Krankenhäusern, Medizinischen Versorgungszentren (MVZ), Tageskliniken sowie niedergelassenen Ärzten und Zahnärzten erfasst und in digitale Karten eingetragen. Die weitere Untersuchung wurde in Kooperation zwischen dem Gesundheitsministerium und der Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (LGB) in Form einer Geodatenanalyse durchgeführt. Die LGB hat die Gesundheitsstandorte gespeichert und anschließend eine raumbezogene Entfernungsanalyse durchgeführt. Hierzu wurden weitere Geodaten zum Beispiel statistische Bevölkerungsdaten, Straßendaten inkl. Verkehrsinformationen wie Abbiegevorschriften und Geschwindigkeitsbegrenzungen, Sackgassen oder Einbahnstraßen benutzt.

Die so entstandenen Karten geben den Stand von 2017/2018 wieder und beinhalten keine Auskunft über Öffnungszeiten, Urlaubszeiten, Barrierefreiheit, oder ob der Arzt / die Ärztin noch Patientinnen oder Patienten annimmt bzw. freie Termine hat. Einige dieser Informationen finden sich auf den Webseiten der Partner des 90a-Gremiums, auf die auch verlinkt ist. Die Erreichbarkeiten beziehen sich auf die Fahrtzeit in einem Pkw bei ungestörter Verkehrslage.

Bundesweit können die Länder nach § 90a SGB V Gremien bilden, um sektorenübergreifende Versorgungsfragen zu beraten und entsprechende Empfehlungen zur ambulanten und stationären Versorgung zu geben. In Brandenburg gibt es dieses 90a-Gremium seit dem 12. März 2014.

Ständige Mitglieder des Landesgremiums in Brandenburg sind das Gesundheitsministerium, das für den Rettungsdienst zuständige Ministerium, die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg, die Landesverbände der Krankenkassen sowie die Ersatzkassen, die Landeskrankenhausgesellschaft und die kommunalen Spitzenverbände. Darüber hinaus haben die in Brandenburg für die Wahrnehmung der Interessen der Patientinnen und Patienten und der Selbsthilfe chronisch kranker und behinderter Menschen maßgeblichen Organisationen, die Landesärztekammer Brandenburg, die Ostdeutsche Psychotherapeutenkammer und die auf Landesebene für die Wahrnehmung der Interessen der Pflegeberufe maßgebliche Dachorganisation ein Mitberatungsrecht.

Aufgabe des Gremiums ist es, aktuelle Herausforderungen und regionale Versorgungsbedürfnisse im Gesundheitsbereich in den Fokus zu nehmen und dafür passende Lösungen auf den Weg zu bringen.

Kontakt

Pressestelle

Organisation:
Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg
Abteilung:
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Ansprechpartner:
E-Mail:
presse@­masgf.brandenburg.de
Telefon:
+49 331 866-5044
Fax:
+49 331 866-5049

Pressesprecherin

Ansprechpartner:
Gerlinde Krahnert
E-Mail:
presse@­masgf.brandenburg.de
Telefon:
+49 331 866-5040