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Armut bekämpfen

Frau mit Schulden und Rechnungen, Foto: © Gina Sanders / Fotolia

Armut und ihre Folgen müssen entschlossen bekämpft werden. Auch in Brandenburg leben viele Menschen seit langem in Armut. Kinderreiche Familien, Alleinerziehende und Langzeitarbeitslose sind besonders betroffen.

Langzeitarbeitslosigkeit und Altersarmut bilden für viele Menschen eine Barriere zur Teilhabe am Wohlstand des Landes. Kinderarmut ist eines der bedrückendsten Probleme in unserer Gesellschaft.

Frau mit Schulden und Rechnungen, Foto: © Gina Sanders / Fotolia
Foto: © Gina Sanders / Fotolia

Armut und ihre Folgen müssen entschlossen bekämpft werden. Auch in Brandenburg leben viele Menschen seit langem in Armut. Kinderreiche Familien, Alleinerziehende und Langzeitarbeitslose sind besonders betroffen.

Langzeitarbeitslosigkeit und Altersarmut bilden für viele Menschen eine Barriere zur Teilhabe am Wohlstand des Landes. Kinderarmut ist eines der bedrückendsten Probleme in unserer Gesellschaft.


Relative Armut - Armutsgefährdungsquote

Armut kann sehr vielschichtig sein und bezieht sich bei weitem nicht allein auf einem materiellen Mangel. Dennoch gilt die sogenannte Armutsgefährdungsquote als ein Indikator für die Entwicklung von Armut und auch für die Gefahr sozialer Ausgrenzung.

In Deutschland gelten Menschen dann als armutsgefährdet, wenn sie mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung auskommen müssen. Nach den Ergebnissen des Mikrozensus galten in Deutschland im Jahr 2017 beispielsweise Einpersonenhaushalte mit einem monatlichen Einkommen von weniger als 999 Euro und Familien mit zwei Kindern mit einem monatlichen Einkommen von weniger als 2.099 Euro als armutsgefährdet.

Nach der amtlichen Sozialberichterstattung der statistischen Ämter des Bundes und der Länder lag Brandenburgs sogenannte Armutsgefährdungsquote gemessen am Bundesdurchschnitt im Jahr 2017 bei 15,0 Prozent (Deutschland: 15,8, West: 15,3, Ost: 17,8).

Armut kann sehr vielschichtig sein und bezieht sich bei weitem nicht allein auf einem materiellen Mangel. Dennoch gilt die sogenannte Armutsgefährdungsquote als ein Indikator für die Entwicklung von Armut und auch für die Gefahr sozialer Ausgrenzung.

In Deutschland gelten Menschen dann als armutsgefährdet, wenn sie mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung auskommen müssen. Nach den Ergebnissen des Mikrozensus galten in Deutschland im Jahr 2017 beispielsweise Einpersonenhaushalte mit einem monatlichen Einkommen von weniger als 999 Euro und Familien mit zwei Kindern mit einem monatlichen Einkommen von weniger als 2.099 Euro als armutsgefährdet.

Nach der amtlichen Sozialberichterstattung der statistischen Ämter des Bundes und der Länder lag Brandenburgs sogenannte Armutsgefährdungsquote gemessen am Bundesdurchschnitt im Jahr 2017 bei 15,0 Prozent (Deutschland: 15,8, West: 15,3, Ost: 17,8).


"Starke Familien - Starke Kinder“ – Runder Tisch gegen Kinderarmut

Logo Runder Tisch gegen Kinderarmut

In Brandenburg ist rund jedes fünfte Kind von Armut zumindest bedroht. Die Bekämpfung der Kinderarmut hat daher für die Landesregierung oberste Priorität und bildet einen sozialpolitischen Schwerpunkt.

Die Armutsfolgen für die Kinder sind extrem: Sie haben besonders häufig gesundheitliche Nachteile, leiden unter mangelnder sozialer Teilhabe, haben häufig einen schlechteren Zugang zu Bildung, und der Übergang in das Erwerbsleben ist oft schwierig.

Kein Kind darf in dieser Armutsfalle stecken bleiben. Jedes Kind muss die gleichen Start- und Entwicklungschancen haben – und zwar unabhängig von der Einkommenssituation seiner Eltern.

Für die wirksame Bekämpfung der Kinderarmut und der Armutsfolgen ist ein breiter gesellschaftlicher Diskurs notwendig.

  • Die damalige Sozialministerin Diana Golze hat im Jahr 2015 den Brandenburger „Runden Tisch zur Bekämpfung der Kinderarmut“ ins Leben gerufen. Er ist als langfristiger Dialog und Impulsgeber angelegt, soll praktische Maßnahmen entwickeln und verschiedene Akteurinnen und Akteure aus den unterschiedlichsten politischen und gesellschaftlichen Bereichen vereinen. Der Runde Tisch ist offen für alle Kommunen, Vereine, Unternehmen, Kammern, Verbände und Stiftungen, die etwas gegen Kinderarmut unternehmen wollen.
  • Im November 2015 wurde die gemeinsame Erklärung „Starke Familien – Starke Kinder: Runder Tisch gegen Kinderarmut“ unterzeichnet (www.starke-familien-starke-kinder.de). Dabei geht es darum, die Erfahrungen und Erkenntnisse bei der Vermeidung und Bekämpfung von Kinderarmut in Brandenburg zu bündeln, gute Praxis zu veranschaulichen und in einem Dialog Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. An dem Diskurs sollen Vertreterinnen und Vertreter aus Verbänden, Initiativen, Vereinen, Kommunen, Politik, Verwaltung und anderen Institutionen sowie auch betroffene Kinder und Familien beteiligt werden.
  • Partner der Initiative sind u. a. das Deutsche Kinderhilfswerk e. V., die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, das Katholische Büro Berlin-Brandenburg, die Landesarbeitsgemeinschaft der Familienverbände im Land Brandenburg, die Landesarmutskonferenz, die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege, die Städte Beelitz, Kyritz und Senftenberg sowie die Stiftung „Hilfe für Familien in Not“.
  • Kinderarmut beschränkt sich nicht nur auf materielle Armut. Um den unterschiedlichen Facetten der Problematik gerecht zu werden, erfolgt eine Schwerpunktsetzung auf unterschiedliche Lebenslagendimensionen von Kindern und Jugendlichen. Dabei wird zwischen den vier Themenbereichen materielle Armut, soziale Dimension, Bildung sowie den Zusammenhang zwischen Armut und Gesundheit unterschieden, die in den folgenden Themenjahren jeweils einen gesonderten Schwerpunkt bilden: 2016: Materielle Armut, 2017: Soziale Lage und Bildung, 2018: Gesundheit.
  • Für die Förderung von Projekten zur Armutsprävention, zur Armutsbekämpfung sowie zur Stärkung, Unterstützung und Beteiligung Betroffener standen im Jahr 2016 200.000 Euro zur Verfügung. Ziel ist die Förderung kreativer und innovativer Projekte vor Ort.
  • Kinder sind keine kleinen Erwachsene: Im Bundesrat setzt sich Brandenburg dafür ein, dass die Hartz-IV-Regelsätze für Kinder und Jugendliche nach neuen Maßstäben eigenständig ermittelt werden, so dass sie nicht nur den notwendigen Lebensunterhalt sichern, sondern auch den Bedarf an Bildungs- und Teilhabeleistungen abdecken. Bereits im Jahr 2010 hatte das Bundesverfassungsgericht von der Bundesregierung gefordert, dass die Regelsätze für Kinder und Jugendliche anhand ihrer eigenen Bedürfnisse gesichert werden. Das ist bis heute nicht geschehen.
Logo Runder Tisch gegen Kinderarmut

In Brandenburg ist rund jedes fünfte Kind von Armut zumindest bedroht. Die Bekämpfung der Kinderarmut hat daher für die Landesregierung oberste Priorität und bildet einen sozialpolitischen Schwerpunkt.

Die Armutsfolgen für die Kinder sind extrem: Sie haben besonders häufig gesundheitliche Nachteile, leiden unter mangelnder sozialer Teilhabe, haben häufig einen schlechteren Zugang zu Bildung, und der Übergang in das Erwerbsleben ist oft schwierig.

Kein Kind darf in dieser Armutsfalle stecken bleiben. Jedes Kind muss die gleichen Start- und Entwicklungschancen haben – und zwar unabhängig von der Einkommenssituation seiner Eltern.

Für die wirksame Bekämpfung der Kinderarmut und der Armutsfolgen ist ein breiter gesellschaftlicher Diskurs notwendig.

  • Die damalige Sozialministerin Diana Golze hat im Jahr 2015 den Brandenburger „Runden Tisch zur Bekämpfung der Kinderarmut“ ins Leben gerufen. Er ist als langfristiger Dialog und Impulsgeber angelegt, soll praktische Maßnahmen entwickeln und verschiedene Akteurinnen und Akteure aus den unterschiedlichsten politischen und gesellschaftlichen Bereichen vereinen. Der Runde Tisch ist offen für alle Kommunen, Vereine, Unternehmen, Kammern, Verbände und Stiftungen, die etwas gegen Kinderarmut unternehmen wollen.
  • Im November 2015 wurde die gemeinsame Erklärung „Starke Familien – Starke Kinder: Runder Tisch gegen Kinderarmut“ unterzeichnet (www.starke-familien-starke-kinder.de). Dabei geht es darum, die Erfahrungen und Erkenntnisse bei der Vermeidung und Bekämpfung von Kinderarmut in Brandenburg zu bündeln, gute Praxis zu veranschaulichen und in einem Dialog Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. An dem Diskurs sollen Vertreterinnen und Vertreter aus Verbänden, Initiativen, Vereinen, Kommunen, Politik, Verwaltung und anderen Institutionen sowie auch betroffene Kinder und Familien beteiligt werden.
  • Partner der Initiative sind u. a. das Deutsche Kinderhilfswerk e. V., die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, das Katholische Büro Berlin-Brandenburg, die Landesarbeitsgemeinschaft der Familienverbände im Land Brandenburg, die Landesarmutskonferenz, die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege, die Städte Beelitz, Kyritz und Senftenberg sowie die Stiftung „Hilfe für Familien in Not“.
  • Kinderarmut beschränkt sich nicht nur auf materielle Armut. Um den unterschiedlichen Facetten der Problematik gerecht zu werden, erfolgt eine Schwerpunktsetzung auf unterschiedliche Lebenslagendimensionen von Kindern und Jugendlichen. Dabei wird zwischen den vier Themenbereichen materielle Armut, soziale Dimension, Bildung sowie den Zusammenhang zwischen Armut und Gesundheit unterschieden, die in den folgenden Themenjahren jeweils einen gesonderten Schwerpunkt bilden: 2016: Materielle Armut, 2017: Soziale Lage und Bildung, 2018: Gesundheit.
  • Für die Förderung von Projekten zur Armutsprävention, zur Armutsbekämpfung sowie zur Stärkung, Unterstützung und Beteiligung Betroffener standen im Jahr 2016 200.000 Euro zur Verfügung. Ziel ist die Förderung kreativer und innovativer Projekte vor Ort.
  • Kinder sind keine kleinen Erwachsene: Im Bundesrat setzt sich Brandenburg dafür ein, dass die Hartz-IV-Regelsätze für Kinder und Jugendliche nach neuen Maßstäben eigenständig ermittelt werden, so dass sie nicht nur den notwendigen Lebensunterhalt sichern, sondern auch den Bedarf an Bildungs- und Teilhabeleistungen abdecken. Bereits im Jahr 2010 hatte das Bundesverfassungsgericht von der Bundesregierung gefordert, dass die Regelsätze für Kinder und Jugendliche anhand ihrer eigenen Bedürfnisse gesichert werden. Das ist bis heute nicht geschehen.

Armutsrisiko alleinerziehend

Traurige Tochter lehnt an ihrer Mutter, Foto: © altanaka / Fotolia

Alleinerziehende leisten Großartiges, um ihren Kindern eine gute Zukunft zu ermöglichen. Oft tragen sie die alleinige Verantwortung für die Erziehung ihrer Kinder. Gleichzeitig sind sie besonderen Belastungen ausgesetzt. So sind Alleinerziehende überdurchschnittlich oft von Arbeitslosigkeit, Teilzeitarbeit oder schlechter Bezahlung betroffen und damit deutlich stärker von Armut bedroht.

Neben den staatlichen Transferleistungen ist ein auskömmliches Einkommen durch eine gute Arbeit der zentrale Schlüssel für eine wirkungsvolle Unterstützung von Alleinerziehenden. Alleinerziehende haben es bei der Arbeitssuche immer noch schwerer als Eltern aus Paarfamilien oder Frauen und Männer ohne Betreuungsaufgaben, weil Arbeitgeber befürchten, sie seien unflexibel, zeitlich nur eingeschränkt verfügbar und fallen vergleichsweise häufiger aus. Hier sind Arbeitgeber gefordert, ihre Vorbehalte gegenüber Alleinerziehenden abzubauen. Und es gibt viele gute Gründe, auf Alleinerziehende zu setzen. Viele sind gut qualifiziert, hoch motiviert und wahre Organisationstalente.

Das Brandenburger Arbeitsministerium unterstützt alleinerziehende Arbeitslose unter anderem mit dem Förderprogramm „Integrationsbegleitung für Langzeitarbeitslose und Familienbedarfsgemeinschaften in Brandenburg“. Langzeitarbeitslose sowie Alleinerziehende und Personen aus Paar-Bedarfsgemeinschaften, die nicht erwerbstätig sind, werden mithilfe von Integrationsbegleiterinnen und Integrationsbegleitern sowie individuell passenden Unterstützungsangeboten Schritt für Schritt wieder an Erwerbsarbeit herangeführt. Dabei wird insbesondere auch auf die Situation der Kinder in den betreffenden Familien geachtet. Die individuelle Förderung kann bis zu zwei Jahre dauern. Für das Förderprogramm stehen bis zum Jahr 2020 über 40 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds zur Verfügung.

Traurige Tochter lehnt an ihrer Mutter, Foto: © altanaka / Fotolia
Foto: © altanaka / Fotolia

Alleinerziehende leisten Großartiges, um ihren Kindern eine gute Zukunft zu ermöglichen. Oft tragen sie die alleinige Verantwortung für die Erziehung ihrer Kinder. Gleichzeitig sind sie besonderen Belastungen ausgesetzt. So sind Alleinerziehende überdurchschnittlich oft von Arbeitslosigkeit, Teilzeitarbeit oder schlechter Bezahlung betroffen und damit deutlich stärker von Armut bedroht.

Neben den staatlichen Transferleistungen ist ein auskömmliches Einkommen durch eine gute Arbeit der zentrale Schlüssel für eine wirkungsvolle Unterstützung von Alleinerziehenden. Alleinerziehende haben es bei der Arbeitssuche immer noch schwerer als Eltern aus Paarfamilien oder Frauen und Männer ohne Betreuungsaufgaben, weil Arbeitgeber befürchten, sie seien unflexibel, zeitlich nur eingeschränkt verfügbar und fallen vergleichsweise häufiger aus. Hier sind Arbeitgeber gefordert, ihre Vorbehalte gegenüber Alleinerziehenden abzubauen. Und es gibt viele gute Gründe, auf Alleinerziehende zu setzen. Viele sind gut qualifiziert, hoch motiviert und wahre Organisationstalente.

Das Brandenburger Arbeitsministerium unterstützt alleinerziehende Arbeitslose unter anderem mit dem Förderprogramm „Integrationsbegleitung für Langzeitarbeitslose und Familienbedarfsgemeinschaften in Brandenburg“. Langzeitarbeitslose sowie Alleinerziehende und Personen aus Paar-Bedarfsgemeinschaften, die nicht erwerbstätig sind, werden mithilfe von Integrationsbegleiterinnen und Integrationsbegleitern sowie individuell passenden Unterstützungsangeboten Schritt für Schritt wieder an Erwerbsarbeit herangeführt. Dabei wird insbesondere auch auf die Situation der Kinder in den betreffenden Familien geachtet. Die individuelle Förderung kann bis zu zwei Jahre dauern. Für das Förderprogramm stehen bis zum Jahr 2020 über 40 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds zur Verfügung.



Broschüre: Sozial Spezial - Daten und Fakten zur sozialen Lage von Kindern im Land Brandenburg

Titel: Sozial Spezial 6 - Daten und Fakten zur sozialen Lage von Kindern im Land Brandenburg