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Entschädigung für Opfer von Gewalttaten

  kostenloses Info-Telefon: 0800 1020 203

Grundsätzliches:

Jeder kann Opfer einer Gewalttat werden. Gewaltopfer haben das Recht auf die Wiederherstellung ihrer leiblichen und seelischen Unversehrtheit. Wer durch eine Gewalttat einen gesundheitlichen Schaden erlitten hat, kann auf der Grundlage des Gesetzes über die Entschädigung für Opfer von Gewalttaten (Opferentschädigungsgesetz) vom Staat medizinische Hilfe und finanzielle Versorgung erhalten. Im Todesfall haben auch die Angehörigen Anspruch auf Unterstützung.

Anspruchsvoraussetzungen:

Es muss eine Gewalttat vorliegen.
Eine Gewalttat ist ein vorsätzlicher, rechtswidriger tätlicher Angriff gegen eine Person; als solcher Angriff gelten auch Sexualstraftaten und sexuelle Übergriffe gegenüber Minderjährigen.

Einem tätlichen Angriff stehen gleich

  • die vorsätzliche Beibringung von Gift,
  • die wenigstens fahrlässige Herbeiführung einer Gefahr für Leib und Leben eines anderen durch ein mit gemeingefährlichen Mitteln begangenes Verbrechen (z. B. Brandstiftung, Sprengstoffanschlag).

Ausnahme:
Das Gesetz wird nicht angewandt auf Schäden aus tätlichen Angriffen, die von Angreifern mit einem Kraftfahrzeug oder einem Anhänger verursacht worden sind. In einem solchen Fall kann ein Antrag an den Entschädigungsfonds für Schäden aus Kraftfahrzeugunfällen gerichtet werden:

Verkehrsopferhilfe e.V.
Wilhelmstraße 43 /43 G
10117 Berlin
Telefon: 030 2020-5858
Telefax: 030 2020-5722
E-Mail: voh@verkehrsopferhilfe.de
Internet: www.verkehrsopferhilfe.de

Anspruchsberechtigte:

Anspruchsberechtigt sind Personen, die in Deutschland oder auf einem deutschen Schiff oder in einem deutschen Flugzeug durch einen vorsätzlichen, rechtswidrigen tätlichen Angriff oder durch dessen rechtmäßige Abwehr eine gesundheitliche Schädigung erlitten haben oder die Hinterbliebene (Witwen, Witwer, eingetragene Lebenspartner, Waisen, Eltern) von - infolge der gesundheitlichen Schädigung verstorbenen - Personen sind, und die

  • deutsche Staatsbürger oder
  • Staatsangehörige eines Mitgliedstaates der Europäischen Gemeinschaften sind

sowie

  • Personen, auf die Rechtsvorschriften der Europäischen Gemeinschaften Anwendung finden, die eine Gleichbehandlung mit Deutschen erforderlich machen,
  • Staatsbürger eines Staates, bei dem die Gegenseitigkeit gewährleistet ist, sind oder
  • Ausländer mit (ununterbrochenem) rechtmäßigem Aufenthalt im Bundesgebiet seit mindestens drei Jahren.

Auch Touristen und Besucher können unter bestimmten Voraussetzungen eine Versorgung beanspruchen.

Umfang der Leistungen:

Opfer einer Gewalttat können für alle gesundheitlichen Schäden, die aus dem vorsätzlichen, rechtswidrigen tätlichen Angriff herrühren, und den sich daraus ergebenen wirtschaftlichen Folgen Entschädigungsleistungen erhalten. Auch psychische Gesundheitsstörungen infolge einer Gewalttat oder Schockreaktion sind als Gesundheitsschäden zu berücksichtigen. Als Entschädigung sind insbesondere folgende Leistungen vorgesehen:

  • Heil- und Krankenbehandlung
  • Heil- und Hilfsmittel (Medikamente, Zahnersatz, Brillen, Prothesen usw.)
  • Rehabilitationsmaßnahmen
  • Krankenhilfe
  • Hilfe zur Pflege
  • Hilfe zur Weiterführung des Haushaltes
  • Altenhilfe
  • Erziehungsbeihilfe
  • Ergänzende Hilfe zum Lebensunterhalt
  • Erholungshilfe
  • Wohnungshilfe
  • Hilfe in besonderen Lebenslagen
  • Beschädigtengrundrente
  • Ausgleichsrente
  • Pflegezulage
  • Berufsschadensausgleich
  • Hinterbliebenenversorgung
  • Sterbegeld
  • Bestattungsgeld

Eigentums- und Vermögensschäden werden nicht entschädigt. Ausnahmen gelten für am Körper getragene Hilfsmittel sowie für Brillen, Kontaktlinsen oder Zahnersatz. Es wird auch kein Schmerzensgeld gezahlt.

Ansprechpartner:

Opfer einer Gewalttat und ihre Angehörigen benötigen sofortige Hilfe und Unterstützung, um die Folgen der Gewalttat zu überwinden. Voraussetzung hierfür ist die staatliche Anerkennung als Opfer und der infolge der Gewalttat eingetretenen Gesundheitsschäden. Dies ist im Land Brandenburg Aufgabe des Landesamtes für Soziales und Versorgung in Cottbus mit seinen Dienststellen in Frankfurt (Oder) und Potsdam. Örtlich zuständig ist die Dienststelle des Landesamtes für Soziales und Versorgung, in dessen Bereich der Wohnsitz oder gewöhnliche Aufenthalt ist. Bei einem Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt außerhalb des Landes Brandenburg, ist das Landesamt für Soziales und Versorgung in Cottbus örtlich zuständig. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesamtes sind bei der Beantragung von Entschädigungsleistungen gern behilflich.

Erste Informationen werden über die kostenlose Infoline erteilt: 0800 10 20 20 3

Die kostenlose Infoline verbindet Anrufer von einem Festnetz-Anschluss im Land Brandenburg direkt mit der zuständigen Stelle im Landesamt für Soziales und Versorgung Außerhalb der regelmäßigen Sprechzeiten zeichnet ein Anrufbeantworter die Gespräche auf. Auf Wunsch ruft das Landesamt die Anrufer zurück. Alle Gespräche werden absolut vertraulich behandelt. Über die Infoline kann auch ein persönliches Beratungsgespräch vereinbart werden.

Opferentschädigungsleistungen werden nur auf Antrag gewährt und beginnen frühestens mit dem Antragsmonat. Deshalb sollte der Antrag so schnell wie möglich gestellt werden. Der Antrag ist beim Landesamt für Soziales und Versorgung zu stellen. Der Antrag kann auch bei einer Krankenkasse, einem Rentenversicherungsträger und einem Sozialhilfeträger sowie bei der Gemeindeverwaltung abgegeben werden. Auch die Polizeidienststellen im Land Brandenburg haben Antragsformulare vorrätig.

Die Antragsvordrucke finden Sie auf der Internetseite des Landesamtes für Soziales und Versorgung. Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit einer Online-Antragstellung über das Dienstleistungsportal der Landesverwaltung.

EU-Richtlinie 2004/80/EG zur Entschädigung der Opfer von Straftaten innerhalb der EU

 

Um Opfer von Gewalttaten auch im europäischen Ausland zu schützen, verpflichtet die EU-Richtlinie 2004/80/EG sämtliche Mitgliedstaaten, faire und angemessene nationale Entschädigungsregelungen für diejenigen Menschen vorzusehen, die auf ihrem Staatsgebiet Opfer einer Straftat geworden sind. Unionsbürger können dann über die in ihrem jeweiligen Heimatland eingerichtete sogenannte nationale Unterstützungsbehörde - in Deutschland ist diese beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales angesiedelt - einen Antrag auf Entschädigungsleistungen einreichen. Von dort wird der Antrag an das Land weitergeleitet. Jeder Mitgliedstaat gewährt ausschließlich Leistungen nach seinem nationalen Entschädigungsrecht für Gewaltopfer. Diese können sich vom Umfang und der Höhe nach erheblich von den in Deutschland nach dem Opferentschädigungsgesetz zu gewährenden Leistungen unterscheiden.

Unionsbürger mit Wohnsitz in einem anderen Mitgliedstaat der EU, die im Land Brandenburg Opfer einer Gewalttat geworden sind, können den Antrag auf Entschädigungsleistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz direkt beim Landesamt für Soziales und Versorgung in Cottbus stellen. Diese wird umgehend die Unterstützungsbehörde beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales über den Eingang des Antrages unterrichten, welche wiederum die Unterstützungsbehörde des Wohnsitzlandes informiert. Dies spart Zeit. Es besteht aber auch nach der Rückkehr in das Heimatland noch die Möglichkeit, den Antrag auf Entschädigungsleistungen über die Unterstützungsbehörde des Heimatlandes einzureichen. Diese wird den Antrag über die Unterstützungsbehörde beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales zur weiteren Bearbeitung und Entscheidung an das Landesamt für Soziales und Versorgung weiterleiten.

Ergänzende Informationen bzw. die Antragsformulare finden Sie im Europäischen Justizportal.

Entschädigung der Opfer von Straftaten im Ausland:

Seit 1. Juli 2009 können Deutsche, ihnen rechtlich gleichgestellte Unionsbürger sowie seit mindestens drei Jahren rechtmäßig in Deutschland lebende Ausländer auch für im Ausland auf Grund eines vorsätzlichen, rechtswidrigen tätlichen Angriffs erlittene Gesundheitsschäden nach dem Opferentschädigungsgesetz entschädigt werden, wenn sie

  • ihren gewöhnlichen und rechtmäßigen Aufenthalt in Deutschland haben und
  • sich zum Tatzeitpunkt für einen vorübergehenden Zeitraum von längstens sechs Monaten am Tatort aufgehalten haben.

Bei den Leistungen handelt es sich insbesondere um Heilbehandlung und medizinische Rehabilitationsmaßnahmen einschließlich psychotherapeutischer Angebote sowie um einmalige Entschädigungszahlungen, deren Höhe sich nach der Schwere des gesundheitlichen Schadens richtet. Diese Leistungen sind nachrangig gegenüber Leistungsansprüchen aus anderen gesetzlichen oder privaten Sicherungs- und Versorgungssystemen sowie aufgrund der EU-Richtlinie 2004/80/EG. Sie sind daher auf die Leistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz anzurechnen.

Kontaktdaten im Land Brandenburg:

Zuständig für die Landkreise und kreisfreie Stadt:
Spree-Neiße, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Dahme-Spreewald, Teltow-Fläming und Stadt Cottbus

Landesamt für Soziales und Versorgung Cottbus
Lipezker Straße 45, Haus 5
03048 Cottbus

Postanschrift:
Postfach 10 01 23
03001 Cottbus

Telefon: 0355 2893-0
Telefax: 0355 2893-211
Telefax: 0355 2893-399
Bürgertelefon für Gewaltopfer: 0355 2893-561
E-Mail: post@lasv.brandenburg.de

 

Zuständig für die Landkreise und kreisfreie Stadt:
Oder-Spree, Märkisch-Oderland, Barnim, Uckermark und Stadt Frankfurt (Oder)

Landesamt für Soziales und Versorgung
Standort Frankfurt (Oder)
Robert-Havemann-Straße 4
15236 Frankfurt (Oder)

Telefon: 0335 5582-0
Telefax: 0335 5582-284
Bürgertelefon für Gewaltopfer: 0355 2893-561
E-Mail: post@lasv.brandenburg.de

 

Zuständig für die Landkreise und kreisfreien Städte:
Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Oberhavel, Havelland, Potsdam-Mittelmark
und die Städte:
Potsdam und Brandenburg a. d. Havel

Landesamt für Soziales und Versorgung
Standort Potsdam
Zeppelinstraße 48
14471 Potsdam

Telefon: 0331 2761-0
Telefax: 0331 2761–498
Telefax: 0331 2761–499
Bürgertelefon für Gewaltopfer: 0355 2893-561
E-Mail: post@lasv.brandenburg.de

 

Kontaktdaten der deutschen Unterstützungsbehörde:

Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Referat SER 2
Rochusstraße 1
53123 Bonn Deutschland

Telefon: +49 228 99527-2383
Telefon: +49 228 99527-2680
Telefax: +49 228 99527-4134
E-Mail: dub@bmas.bund.de

Der Entschädigungsantrag sowie sämtliche antragsrelevanten Unterlagen werden in allen Amtssprachen der EU entgegengenommen.

Letzte Aktualisierung: 06.03.2018

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