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Annahme/Adoption eines Kindes

Die Adoption – juristisch auch unter dem Begriff „Annahme als Kind" bekannt – bedeutet, dass ein Kind mit sämtlichen Rechten und Pflichten von einem Bewerber/Bewerberpaar aufgenommen wird und zwischen den Adoptiveltern und dem Kind ein verlässliches Eltern-Kind-Verhältnis entsteht.
Zum einen geht es um Kinder, die aus verschiedenen Gründen nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen können. Für sie bedeutet die Freigabe zur Adoption die Chance zu einer normalen und stabilen Entwicklung in einer neuen Familie. Zum anderen ist die  Adoption  für  Paare mit einem Kinderwunsch eine Form der Familienbildung, die in vielen Ländern der Welt eine lange Tradition hat.

Was bedeutet eigentlich Adoption?

Im Mittelpunkt einer Adoption steht immer das Wohl des Kindes. Paare, die sich für die Adoption eines Kindes entscheiden, sollten deshalb bedenken, dass bei einer Adoption nicht die passenden Kinder für die Eltern gesucht werden, sondern für diese Kinder die am besten geeigneten Eltern! Daher werden vor jeder Adoptionsvermittlung die soziale und familiäre Lage, der Gesundheitszustand, Beweggründe und Erziehungsvorstellungen sowie Lebenserfahrung und Belastbarkeit der künftigen Adoptiveltern begutachtet.

Nicht nur Ehepaare sind adoptionsberechtigt, sondern auch Alleinstehende können Kinder adoptieren. Besteht eine nichteheliche/nicht-verpartnerte Lebensgemeinschaft, kann nur einer der beiden adoptieren. Bei einer eingetragenen Lebenspartnerschaft   kann – nachdem der erste Partner bzw. die erste Partnerin ein Kind adoptiert hat – der andere Partner bzw. die andere Partnerin im Zuge einer sogenannten „Sukzessiv-adoption“ das Kind ebenso adoptieren.

Durch eine Adoption nach deutschem Recht erlöschen die verwandtschaftlichen Beziehungen des Kindes zu den leiblichen Eltern. Das Kind wird mit den Adoptiveltern, deren Eltern und Geschwistern, verwandt. Ein adoptiertes Kind besitzt dann denselben rechtlichen Status wie ein leibliches Kind. Es ist unterhalts- und erbrechtlich völlig gleichgestellt.
Adoptiveltern erhalten – wie andere Eltern auch – Kindergeld, Elterngeld/Elternzeit sowie sämtliche steuerrechtlichen Vergünstigungen. Renten, die bis zur Annahme des Kindes gezahlt wurden, werden auch nach Rechtswirksamkeit der Adoption weiter gewährt. Grundsätzlich werden bei nationalen wie bei internationalen Adoptionsvermittlungen die Vorschriften des Adoptionsvermittlungsgesetzes angewendet.
Wenn Sie ein (ausländisches) Kind adoptieren möchten, bedenken Sie bitte, dass viele dieser Kinder sich  lebenslang mit ihrer Identität und ihrer Herkunft beschäftigen werden.

An wen können sich Interessenten wenden?

Möchten Sie ein Kind adoptieren, dann wenden Sie sich bitte an die für Sie zuständige Adoptionsvermittlungsstelle beim örtlichen Jugendamt bzw. an eine Adoptionsvermittlungsstelle in freier Trägerschaft. Dort erhalten Sie die notwendige Beratung und können einen Antrag auf Vermittlung eines Kindes zur Adoption stellen. Die Adoptionsvermittelnden begleiten und betreuen die Kinder auf dem Weg in ihre neuen Familien. Sie bieten auch nach der Adoptionsbeschlussfassung Beratung und Unterstützung für alle Beteiligten an. So können sich leibliche abgebende Eltern, wie auch die Adoptivfamilien jederzeit an die Fachkräfte wenden. Die Adoptierten werden von den Adoptionsvermittlern u. a. bei ihrer Herkunftssuche begleitet.

Wie funktioniert eine internationale Adoption?

Das Haager Übereinkommen (HAÜ) über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der internationalen Adoption sowie die dazugehörigen Begleitgesetze sollen sicherstellen, dass die Rechte der Kinder gewahrt werden, eine grenzüberschreitende Adoption dem Wohl des Kindes dient und die Zusammenarbeit der jeweiligen Behörden der Länder verbessert wird. Um eine internationale Adoption handelt es sich, wenn ein Kind mit dem Ziel der Adoption einen Wechsel seines Aufenthaltes von seinem „Heimatstaat“ in einen „Aufnahmestaat“ vollzieht.

Eine Adoptionsvermittlung ins Ausland ist verantwortbar, wenn dem Kind in seinem Heimatland nicht mehr geholfen werden kann. Für die Adoption eines Kindes aus dem Ausland gelten die inländischen und zusätzlich die ausländischen Adoptionsvoraussetzungen. Als Adoptiveltern sollten Sie sich offen und interessiert mit den Lebensbedingungen des Herkunftslandes auseinandersetzen. Bewerbende zur Adoption können sich z. B. bei einer anerkannten Auslandsadoptionsvermittlungsstelle um eine Vermittlung eines Kindes aus einem bestimmten Herkunftsland bewerben.

In Bezug zu Ländern, die dem HAÜ beigetreten sind und in Einzelfällen in Bezug zu Nichtvertragsstaaten, kann auch die Zentrale Adoptionsstelle Berlin-Brandenburg (ZABB) als Auslandsvermittlungsstelle tätig werden. Nach Klärung der formalen Voraussetzungen wird die Elterneignungsfeststellung (mehrere Gespräche, Einreichung von Unterlagen, Seminare) erfolgen. Im positiven Fall mündet diese in einen Sozialbericht. Der Bericht und die vom Land weiterhin gewünschten Dokumente werden dann an die zuständige Behörde des Herkunftslandes versandt.

Wenn für ein Kind, für welches Eltern gesucht werden, die Bewerbenden in Betracht kommen, erfolgt ein „Kennenlernen“. Handelt es sich um ein bekanntes Kind, müssen entsprechende andere Verfahrensschritte beachtet werden. Stimmen die Bewerbenden dem Kindervorschlag zu, müssen sie sich z.B. bereit erklären, für sämtliche Kosten aufzukommen. Für die Beantragung eines Einreisevisums bei der deutschen Botschaft im Herkunftsland des Kindes muss eine Vorabzustimmung von der Ausländerbehörde vorliegen.

Durch einen Rechtsakt (Vertrag oder eine Entscheidung eines Gerichts oder einer Verwaltungsbehörde) wird eine neue Eltern-Kind-Beziehung geschaffen, welche für das Kind einen schwerwiegenden Eingriff in seine Individualität sowie Persönlichkeit und damit in seine Grundrechte bedeutet. Wurde eine ausländische Entscheidung getroffen, stellt sich die Frage der Anerkennung nach deutschem Recht. Adoptionsbeschlussfassungen aus einem HAÜ-Land werden i.d.R. nach Antrag mit einer Bescheinigung nach Artikel 23 HAÜ anerkannt. Bestehen hier Zweifel bzw. handelt sich es um eine Adoptionsentscheidung aus einem Nichtvertragsstaat, empfiehlt sich eine Anerkennungsfeststellung der Wirkungsentfaltung nach dem Adoptionswirkungsgesetz. Es besteht auch die Möglichkeit, dass die Adoption nach einer „Probezeit“ in Deutschland ausgesprochen wird.

In Verdachtsfällen von illegalen Kinderhandelpraktiken muss die ZABB eingeschaltet werden.

Letzte Aktualisierung: 04.08.2016

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